München. Die Basketball Löwen haben am Sonntagabend sensationell beim aktuellen BBL-Dritten und Euroleague-Playoffteilnehmer FC Bayern Basketball mit 85:83 (37:38) gewonnen. Karim Jallow (24 Punkte) an alter Wirkungsstätte, Arnas Velicka (18 Punkte), Martin Peterka (16 Punkte) und Benedikt Turudic (13 Punkte) trafen am erfolgreichsten.

Der FC Bayern Basketball feierte unter der Woche mit seinem zweiten Sieg gegen den FC Barcelona den Einzug in die Playoffs der Euroleague. In der BBL leisteten sie sich dagegen zuletzt zwei Niederlagen gegen die Hamburg Towers (86:91) und die Jobstairs Gießen (94:95). Wahrscheinlich lag der Fokus auf den internationalen Spielen. Das genau scheint die Chance für die Basketball Löwen zu sein. Die auf einen Gegner treffen, der in der Saisonendphase sozusagen im Dauereinsatz ist. Zwar haben sie einen tiefbesetzten Kader, müssen aber häufig in unterschiedlichen Rotationen spielen.

Pete Strobl fordert hundertprozentigen Einsatz

Die bittere Heimniederlage gegen die Telekom Baskets Bonn muss noch im Kopf der jungen Spieler der Basketball Löwen gewesen sein. Denn der Leistungseinbruch in der zweiten Halbzeit bei ratiopharm Ulm war schon gravierend. Da nahm auch Headcoach Pete Strobl kein Blatt vor den Mund und mahnte hinsichtlich der noch ausstehenden acht BBL-Partien in dieser Saison: „Es war schon enttäuschend, aber es gab verschiedene Gründe, weshalb wir so deutlich verloren haben. Für uns ist es grundsätzlich schwierig gegen so eine Mannschaft wie Ulm zu bestehen, wenn wir als Team nicht mindestens 95 Prozent unseres Leistungsvermögens abrufen können“, führt Pete Strobl einen Grund der Niederlage an, bei der gleich mehrere seiner Leistungsträger – abgesehen von Karim Jallow – keinen guten Tag erwischt hatten.

Löwen-Konzept mit Ausbildungsphilosophie

Diese BBL-Saison 2020/2021 wird bei den Löwen keine Erfolgsgeschichte mehr werden. Erschwert durch zwei Quarantäne-Phasen verlor das junge, talentierte Team der Basketball Löwen einige knappe Spiele (Niners Chemnitz, Hamburg Towers, Baskets Bonn), die das Erreichen der Playoff-Spiele unmöglich machen. Aller Vorraussicht wird es zudem die erste Saison, die komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgeführt werden muss. Die wirtschaftlichen Folgen sind noch nicht absehbar, treffen die Löwen möglicherweise aber härter als einige Konkurrenten in der Liga. Dennoch haben die Basketball Löwen konzeptionell auf sich aufmerksam gemacht. Mit vielen jungen, vornehmlich auch deutschen Spielern leben sie eine Ausbildungsphilosophie vor, die hoffentlich auch in der höchsten Spielklasse fortgeführt werden darf.

Löwen benötigen noch BBL-Siege für Klassenerhalt

Idealerweise sichern sich die Löwen den Klassenerhalt noch im April, spätestens mit den Spielen in Bayreuth (24.April) oder gegen Würzburg (29.April). Besser wären natürlich Überraschungserfolge gegen den FC Bayern Basketball, die RIESEN Ludwigsburg (13. April) oder ALBA Berlin (20.April).

Löwen spielen tough im Audi Dome

Die Löwen spielten mit guter Verteidigungsintensität und führten mit 18:9 beim haushohen Favoriten im Audi Dome. Allerdings ließen die Hausherrn viertelübergreifend einen 9:0-Lauf folgen. Das Spiel verlief in der Folge vor allem durch das Scoring von Martin Peterka und Karim Jallow ausgeglichen, so dass es beim Stande von 37:38 mit einem Punkt Rückstand in die Pause ging.

Sensationeller Erfolg

Im dritten Viertel übernahm Arnas Velicka mehr Verantwortung, verteilte Vorlagen und traf selbst. Die Löwen spielten eines ihrer besten Viertel in der Saison und zogen teilweise auf zehn Punkte (68:58) davon. Doch die Bayern kamen zurück, glichen bei 78:78 aus und zogen mit einem 8:0-Lauf sogar wieder mit drei Punkten davon. Headcoach Pete Strobl setzte hier immer wieder gute Stopps von der Bank und stellte sein Team neu ein. Der unbedingte Wille die schwache Vorstellung in Ulm wieder vergessen zu machen, war der Löwen-Mannschaft über die komplette Spieldistanz anzumerken. Vielleicht war es auch das Gefühl bei einer der stärksten europäischen Mannschaften nichts verlieren zu können, dass den Löwen die Sicherheit gab, endlich auch einmal wieder ein knappes Spiel zu gewinnen. Und so kam es. Den Rückstand von 80:83 drehten sie in einen 85:83-Auswärtssieg. WAHNSINN!

DIE RUNDSCHAU freut sich mit den Löwen über diesen sensationellen Erfolg!

Trainerstimme zum Spiel

Pete Strobl (Basketball Löwen): „Zunächst muss ich sagen: Unser Respekt für die Mannschaft des FC Bayern München ist sehr, sehr groß. Wir schauen sehr oft ihre EuroLeague-Spiele. Wir kennen diese Mannschaft deshalb sehr gut, weil wir drei Mal pro Woche ihre Spiele schauen. Gratulation an Bayern, dass sie die Playoffs geschafft haben in der EuroLeague, ich finde das super für Basketball-Deutschland. Wir sind gut reingekommen ins Spiel und wollten kämpfen und haben ein paar taktische Dinge versucht, viele verschiedene Dinge auch in der Verteidigung gemacht. Teilweise hat das sehr gut funktioniert, aber wir haben gewusst, dass Bayern am Ende einen Weg finden wird, zurückzukommen. Das war schon wieder über Lucic, aber am Ende sind wir cool geblieben und wir haben einen Weg gefunden, den Sieg mit nach Hause zu nehmen.“

Statistik des Spiels

Basketball Löwen Braunschweig: Wank 2, Watkins n.e., Zeeb, van Slooten 1, Robinson 3 (9 Assists), Göttsche n.e., Peterka 16 (5 Rebounds), Roosch n.e., Velička 18, Schilling 8 (5 Rebounds), Jallow 24 (5 Rebounds), Turudic 13 (8 Rebounds). 

FC Bayern: George 4, Krämer, Seeley 6 (5 Rebounds, 4 Ballgewinne), Lucic 18 (6 Rebounds), Flaccadori 8, Amaize, Zipser 11, Gist 6, Johnson 2, Sisko 5 (7 Assists), Radosevic 23, Grant n.e.

 

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