Nach zehn Punkten aus vier Spielen wägt sich mancher Eintracht-Fan schon wieder in alter Pracht und hebt an, um das langgezogene Euurooopapoooookal anzustimmen. Weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Seit vier Spielen ist Drittligist Eintracht Braunschweig ungeschlagen, da macht sich Trainer André Schubert auf den Weg, die Stimmung zu dämpfen. Bloß nicht überheblich werden. Schon gar nicht vor dem schweren Spiel gegen den Tabellenfünften SV Wehen/Wiesbaden. Anpfiff ist am Sonntag (10. Februar) um 14 Uhr.

Nun, Überheblichkeit hat noch nie zum Erfolg geführt. Die Löwen sollten das wissen und das Rudel junger, unerfahrener Heißsporne ist ja längst gestutzt. Ein Profi muss wissen, was seine Aufgabe ist und was zu tun ist, um nach vier Schritten vorwärts nicht wieder einen zurück zu machen. Wofür sonst holt man sich Erfahrung ins Team?

Der Anfang ist gemacht

Und das André Schubert lieber eine langsame Entwicklung vollziehen möchte als eine mit der Brechstange, ist verständlich. Nachhaltigkeit ist gefragt, Stabilität und Selbstbewusstsein. So etwas ist nicht nach vier Spielen verfestigt. Schließlich sind auch Profi-Fußballer nur Menschen. Die machen Fehler und dürfen das auch.

Andererseits ist zu viel des Dämpfens auch nicht förderlich. André Schubert ist angetreten, die Löwen aus dem Schlamassel, in das sie durch unprofessionelles Handeln hineingeraten sind, herauszuholen. Dafür hat er Freiheiten bekommen. Und Geld. Er hat eine Mannschaft zusammen stellen können, wie kein anderer Coach vor ihm. Kein Manager und kein Geschäftsführer, der ihm hätte reinreden dürfen.

Ein guter Plan

André Schubert hat in dieser kurzen Zeit deutlich gemacht, dass er der Aufgabe gewachsen ist. Bernd Nehrig, den Mannschaftskapitän von St. Pauli, hat er geholt, Pfitze hat er reaktiviert, eine Master-Maßnahme in Motivation, Benjamin Kessel ist auch zurück, der torgefährliche Verteidiger, und nicht zu vergessen Marcel Bär, der Torjäger vom Klassenkonkurrenten Zwickau. Das ist nicht etwa business as usual, das ist ein Konzept und ein Handeln, wie wir es lange nicht gewohnt waren.

Alles auf die Sieben, wir können nur gewinnen

Die gestiegenen Anforderungen und Hoffnungen dämpfen? Warum? Eintracht Braunschweig hatte zum Ende der Hinrunde alles verloren, nichts ging mehr, der Blick in den Abgrund war frei. Alles auf die Sieben, entweder durchmaschieren oder untergehen. Um nichts anders geht es. Auch jetzt noch, nach 22 Spieltagen und nach – wie gesagt –  zehn von zwölf Punkten aus den vergangenen vier Spielen ist der Erfolg nicht garantiert. Das erwartet niemand. Aber Träumen gehört zum Leben.

Ein jeder weiß, 16 Siege am Stück ist Utopie. Na und! Wer jetzt zu vorsichtig agiert, um Fehler zu vermeiden, der versucht, Löwen an die Leine zu legen. Natürlich kommen die Rückschritte, natürlich gibt es bittere Momente, aber am Ende ist ein lohnendes Ziel. Das zu erreichen, braucht Mut zum Risiko. In der Region sind alle bereit, André Schubert. Gemeinsam alles versuchen, gemeinsam träumen, gemeinsam feiern und – wenn es denn nicht vermeidbar ist – gemeinsam wieder aufstehen. Das ist alles, ich habe fertig!