Die Ausgangssituation des zehnten Spieltags war klar: Sowohl Halle, als auch Braunschweig wollen oben mitspielen und haben aus der vorigen Woche nur einen Punkt geholt. Die Stimmung im Eintracht-Stadion war gut, somit beste Voraussetzungen für ein Topspiel auf Augenhöhe.

Bei Eintracht startete unter anderem Kammerbauer erneut und gab sein Heimspieldebüt für die Löwen, wohingegen Kobylanski aus Gründen des internen Fehlverhaltens fehlte, welches Flüthmann in der folgenden PK nicht weiter ausführen wollte.

Holprige erste Hälfte

Es schien als würden die Blau-Gelben vom Titel des „Topspiels“ unter Druck gesetzt werden, denn spielerisch war es von ihnen auf keinen Fall eins. Christian Flüthmann, Trainer des BTSV, war sichtlich unzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft, denn das Spiel konnte man eigentlich die gesamte erste Hälfte eher als ein Gebolze, als ein Fußballspiel der dritthöchsten deutschen Spielklasse sehen.

Anders war es auf Hallescher Seite. Diese gaben sich dem rauen Gekicke der Löwen nicht hin und brachten sehenswerte Passstaffetten auf den Rasen. Hätte Kessel sich in der sechsten Minute nicht in letzter Sekunde noch in den Schuss von Boyd geworfen, hätte das Spiel sicher einen anderen Lauf genommen.

Die erste, als auch solche anzusehende, Chance mündete im 1:0 für die Braunschweiger. Ademi hat den Riecher und stochert den zweiten Ball nach einer Ecke über die Linie des FC Tor. Keeper Eisele kann die Fingerspitzen zwar noch an den Ball bringen, jedoch nicht mehr aus dem Tor.

Zweimal kommt Halle vor der Pause, innerhalb von zwei Minuten, nochmal brandgefährlich vor den Kasten der Braunschweiger, die sich allesamt allein bei Jasmin Fejzic bedanken können, dass es mit der Führung in die Halbzeit ging.

Ein Spielstand, der dem Verlauf der ersten Hälfte in Teilen gerecht wird, da die Eintracht in manchen Phasen bestimmender war.

Rollentausch an der Hamburger Straße

Halle kam mit einem personellem Wechsel in die zweite Hälfte und gefühlt war es auch der Rest der Mannschaft, die wie ausgewechselt aufspielte. Der HFC kam stärker aus der Pause und war im folgenden Spiel auch die tonangebene Mannschaft. Eintracht Braunschweig schien sich nicht mit der Rolle eines passiven Gegners zufrieden zu geben, wusste aber nichts mit Ballbesitz anzufangen, worunter auch die Passquote litt. Teilweise kamen Pässe über drei bis vier Meter nicht beim Mitspieler an.

Gerade einmal fünf Minuten waren in Hälfte zwei gespielt, als es im Tor der Braunschweiger klingelte. Ein erster Schuss der Hallenser wurde noch geblockt, doch zu allem Pech genau vor die Füße von Sohm, der den Ball für Fejzic unhaltbar in die Maschen drischt.

Flüthmann unternahm etwas und brachte mit Pfitzner für einen blass spielenden Otto und Bär für den erneut durch schlechte Leistung auffallenden Nkansah zwei Spieler, die auf der einen Seite kämpferisch im Mittelfeld Bälle erobern und offensiv ein oder zwei Stiche setzen können. Beides war nicht der Fall.

Proschwitz fasste sich in der 70. Minute ein Herz und brachte den Ball aus rund 20 Metern auf das Tor, welcher allerdings von Eisele im Tor von Halle über selbiges gelenkt werden konnte.

Die 19.250 Zuschauer im Eintracht-Stadion sahen ein Spiel, bei dem sich große Teile im Mittelfeld abspielten, wenig Torchancen auf beiden Seiten zu verbuchen waren und auch eins, welches nicht gerade durch spielerische Qualität auf sich aufmerksam machen dürfte.

Kurz vor Schluss kam es im Löwenstrafraum zu einer strittigen Szene, in der Guttau vom FCH nach einem vermeintlichen Schubser von Benjamin Kessel zu Boden ging. Winkmann ließ weiterlaufen. Eine Entscheidung, über die man sich genau so wenig beschweren kann, wie über einen Pfiff, wenn es denn einen gegeben hätte.

So gehts weiter

So nehmen die Braunschweiger ein schmeichelndes Unentschieden aus einem klar unterlegendem Spiel natürlich gerne an und verbuchen so zwei Punkte aus den vergangenen drei Spielen, wovon zwei als Topspiel deklariert werden. Kommende Woche geht es gegen die Reserve des FC Bayern München, deren spielerisches Niveau ganz klar von der Tagesform abhängt. Und auch davon, ob es denn prominente Namen aus der A-Elf auf die Gästeliste der zweiten Mannschaft zu sehen gibt, wie es gerade bei Alaba auszusehen scheint. Es erwarten die Braunschweiger schwere 90 Minuten an der Grünwalder Straße.

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