Die Siegesserie der Basketball Löwen Braunschweig ist beendet. Das Team von Headcoach Frank Menz hat am Samstag (24. November) nach einer starken Aufholjagd mit 77:82 (30:49) beim EuroCup-Teilnehmer FRAPORT SKYLINERS verloren. Die Trainer beider Mannschaften sprachen im Anschluss von einem Spiel mit zwei Gesichtern: In der ersten Hälfte fingen die Löwen zwar gut an, ließen sich dann aber von der Frankfurter Verteidigung beeindrucken und gerieten in einen deutlichen Rückstand. Der betrug Anfang des dritten Viertels bereits 22 Punkte, als das Menz-Team langsam anfing, sich zurück in das Spiel zu beißen. Zur richtigen Aufholjagd bliesen die Löwen schließlich im letzten Spielabschnitt, in dem sie angeführt von DeAndre Lansdowne und BJ Blake einen 17:2-Lauf hinlegten. In der 39. Minute war das Menz-Team sogar knapp in Führung gegangen, doch reichte es nicht zum Sieg. Für die Löwen avancierten DeAndre Lansdowne mit 21 und BJ Blake mit 18 Punkten zu den Topscorern.

Die Löwen fingen stark an und hatten ein gutes Wurfhändchen aus der Distanz. Nach erfolgreichen Dreiern von BJ Blake, Scott Eatherton und Joe Rahon war das Menz-Team schnell auf 13:4 enteilt (6. Minute). Doch dann taten die Frankfurter das, wofür sie bekannt sind: Sie verteidigten stark und zwangen die Löwen zu Ballverlusten sowie schweren Würfen. Die Löwen schienen davon beeindruckt zu sein und verloren den Faden. Daraus resultierte ein 0:9-Lauf, ehe das Viertel nach einem Dreier von Frankfurts Brady Heslip mit 16:21 endete.

19 Punkte Rückstand zur Halbzeit

Auffällig war, dass es für die Löwen kaum ein Durchkommen unter dem Korb gab. Die Frankfurter doppelten Scott Eatherton und nahmen den Topscorer so aus dem Spiel. Die gute Dreierquote (44 Prozent) hielt das Menz-Team bis zur 16. Minute im Spiel (27:30). Doch setzten sich die SKYLINERS dann ab: Angeführt von Trae Bell-Haynes, der in der ersten Halbzeit bereits 15 Punkte erzielt hatte, zogen sie anders als die Löwen immer wieder konsequent zum Korb und erarbeiteten sich mehrfach zweite Chancen. Und weil dann auch fast all ihre Würfe fielen, ging es für die Löwen mit einem deutlichen Rückstand von 30:49 in die Kabinen.

Scott Eathwerton kam in Frankfurt nicht zum Zug
Scott Eathwerton kam in Frankfurt nicht zum Zug         Fotos: Basketball Löwen Braunschweig

Zwar hatten die bis hierhin sehr treffsicheren Gastgeber gleich zu Beginn des dritten Viertels ihre höchste Führung in diesem Spiel erzielt (52:30). Doch bissen die Löwen sich über ihre Verteidigung ins Spiel und standen den Frankfurtern mehr auf den Füßen. Nach knapp fünf Minuten hatten die SKYLINERS nur sechs Punkte erzielt und in der 28. Minute waren die Löwen sogar auf zwölf Zähler dran (45:57). In der Endphase dieses Viertels zog das Menz-Team deutlich mehr Fouls und stand entsprechend mehr an der Freiwurflinie, lag nach 30 gespielten Minuten aber immer noch mit 15 Punkten zurück (46:61).

Von minus 22 bis plus 1

Jetzt den Kopf in den Sand zu stecken, war für die Löwen aber keine Option. Stattdessen versenkte BJ Blake zum Auftakt in das letzte Viertel prompt einen Dreier und gab damit den Startschuss zu einer starken Aufholjagd. Hinten ließ das Menz-Team quasi nichts mehr zu und vorne lief es heiß. Die Folge: Zwischen der 32. und 36. Minute legten die Löwen einen 17:2-Lauf zum 66:66-Ausgleich aufs Parkett! Die letzten Minuten des Spiels sollten sich dann zu einem offenen Schlagabtausch entwickeln, bei dem DeAndre Lansdowne viel Verantwortung übernahm. Der zweitbeste Löwen-Punktesammler traf aus allen Lagen und in der 39. Minute zur 77:76-Führung. Aber: Frankfurts Erik Murphy und Shawn Huff hatten die Antwort parat und erzielten das 81:77 zur Vorentscheidung.

Viertel aus Löwensicht: 16:21, 14:28, 16:12, 31:21.

Trainerstimmen zum Spiel:

Frank Menz (Basketball Löwen Braunschweig): „Ein Spiel mit zwei Gesichtern. Wir haben uns in der ersten Halbzeit von Frankfurts Intensität und Verteidigung beeindrucken lassen. Das war bitter. Insgesamt hat Frankfurt ein starkes Spiel in der Defensive hingelegt. Wir gehen dann mit -19 in die Halbzeit. Und obwohl wir ein Team mit wenig Erfahrung sind, haben unsere Jungs super reagiert und haben sich sehr gut zurück gekämpft. Unser gesamtes Team war sehr präsent und alle haben daran geglaubt, dass wir noch gewinnen können. Es war ein wahnsinniges Comeback und daher sehr schade, dass wir doch verloren haben. Nach unseren drei Siegen war es schon recht schwer, den Jungs klarzumachen, dass uns hier in Frankfurt ein anderes Spiel erwartet. Wir sind aber bisher in allen Spielen drangewesen, haben heute eine starke zweite Halbzeit gespielt und wollen daran in Zukunft anknüpfen.“

Gordon Herbert (FRAPORT SKYLINERS): „Es war ein Spiel, welches eigentlich zwei Spiele waren. In der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt, in der zweiten Braunschweig. Mir hat unser Start nicht gefallen, aber danach haben wir die vielleicht besten 15 Minuten der bisherigen Saison gespielt. Braunschweig kam mit viel Energie ins vierte Viertel, dafür muss man ihnen Respekt zollen. Uns gebührt aber die gleiche Ehre, für die Art, wie wir mit ihrem Druck umgegangen sind und am Ende das Spiel gewinnen konnten.“

Basketball Löwen Braunschweig: Nawrocki 4, Blake 18 (4 Ballgewinne), Figge n.e., Lansdowne 21 (5 Assists), Klepeisz 3, Sengfelder (7 Rebounds), Kovacevic 2, Koné n.e., Hines 9 (5 Rebounds, 3 geblockte Würfe), Rahon 9, Eatherton 11 (5 Rebounds, 4 Assists), Lagerpusch.

FRAPORT SKYLINERS: Murphy 18 (8 Rebounds, 3 Ballgewinne), Clarance 6, Bell-Haynes 17 (6 Assists), Zeeb n.e., Heslip 14, Huff 11, Vargas 3 (5 Assists), Freudenberg 8, Trtovac n.e., Kratzer, Robertson 5 (8 Rebounds, 8 Assists), Völler.