Wie bereits am vergangenen Spieltag traf der Tabellenvierte auf den Fünften in der 3. Liga. Jeweils dabei die Braunschweiger Löwen. Bei Verfolger Unterhaching holte sich Blau-Gelb mit einem 1:3-Erfolg in einer guten, unterhaltsamen Partie drei wichtige Zähler im Aufstiegskampf. Eintracht ist jetzt Dritter hinter der zweiten Mannschaft von Bayern München, die bekanntlich nicht aufsteigen können. Am kommenden Samstag empfangen die Niedersachsen den Vorletzten Großaspach.

Es schein, als würde Eintracht Braunschweig sich langsam mit der Antwerpen-Taktik, viel zu wechseln, anzufreunden. Wie in den beiden ersten Spielen wechselte Antwerpen auf acht Positionen seine Startelf. Engelhardt weiter im Tor, Nkansah, Fürstner und Wiebe in der 3-er Abwehrreihe. Davor Schlüter, Pfitzner, Kobylanski und Putaro. Für die offensiven Akzente sorgten Feigenspan, Pourié und Biankadi.

Wieder acht Wechsel

Vor dem Spiel stellte der Braunschweiger Trainer fest, dass es gegen die spielstarken Unterhachinger vor allem auf ein diszipliniertes Verhalten seiner Spieler ankommen werde. Das habe gegen den FCB nicht gut funktioniert. Eine Aussage, die sich später als absolut richtig erweisen sollte.

Beide Mannschaften legten mit hohem Tempo los. Die Gäste standen nicht ganz so hoch wie im Heimspiel gegen Bayern München, ließen die Gastgeber erst einmal kommen. Und wie die Spielvereinigung kam. Mit hoher Laufbereitschaft und nicht zu bändigender Kampfkraft. Schon in der 7. Minute lag die Führung in der Luft, doch Engelhardt faustete reaktionsschnell.

Tor des Monats für Unterhaching

In den folgenden Minuten schürte Unterhaching die Löwen in deren Hälfte ein. Und in der 9. Minute klingelte es. Kobylanski versuchte sich mit einem Befreiungsschlag, der bei gut 35 Meter entfernt stehenden Schwabl landete. Der hielt einfach drauf und versenkte den Ball im rechten oberen Eck. Ohne Zweifel besteht hier der Verdacht auf das Tor des Monats.

In dieser Phase durfte man sich Sorgen um die Eintracht machen. Häufig gingen Zweikämpfe verloren, zweite Bälle holten sich fast ausnahmslos die Platzherren. Die mussten dann aber in der 12. Minute einen schweren Rückschlag wegstecken. Mannschaftskapitän Stahl verletze sich ohne gegnerische Einwirkung schwer am Knie und musste vom Platz getragen werden. Für ihn kam Fuchs.

Unterhaching spielte phasenweise einen sehenswerten, attraktiven Fußball. Kurze Direkt-Pässe, die ankamen, ohne Schnörkel, mit Zug zum Tor. Eintracht war verunsichert. In der 18. Minute passte Wiebe auf Engelhardt zurück, der den Ball im Strafraum nicht kontrollieren konnte, was Unterhaching wieder in Ballbesitz brachte.

Doch anders als früher, kann die Eintracht 2020 urplötzlich explodieren und ihre Fähigkeiten präsentieren. Marvin Pourié erkämpfte sich vorbildlich den Ball im Mittelfeld. Sein Pass auf Biankadi auf rechts quasi ideal. Dessen Hereingabe konnte Feigenspan aus dem Lauf im Tor versenken – Ausgleich.

Pourié und Kobylanski stark

Zwei Minuten später eine Kopie dieser Situation. Wieder erkämpfte sich Pourié den Ball, Pass auf Biankadi, zurück zu Pourié, der den heraneilenden Kobylanski perfekt bediente – 1:2. Der Spielverlauf war komplett auf den Kopf gestellt. Zwei Chancen, zwei Tore, so kann es mit dem Aufstieg etwas werden. Effektiver geht es nicht.

Mit der Führung im Rücken ließen es die Löwen dann wieder etwas ruhiger angehen, kontrollierten das Geschehen jetzt aber besser. Als Engelhardt einen Schröter-Heber in der 36. Minute gerade noch ins Aus lenkte, schwante dem einen oder anderen Hachinger, dass dieser 31. Spieltag wohl nicht der der Bayern werden würde. Eine Einschätzung, die sich in der 44. Minute verstärkte. Biankadi passt auf Feigenspan, der zu Kobylanski – 1:3. Was für ein Ausrufezeichen!

In der Halbzeit muss Marco Antwerpen dann seine „Jungs“ gut gebrieft haben. Allen war offensichtlich bewusst, dass Unterhaching nun mit der Brechstange versuchen würde, die dritte Heimniederlage in Serie zu verhindern. Und genau so kam es.

Eintracht verteidigt sich zum Sieg

Unterhaching rannte an, Eintracht verteidigte. Allein zwischen der 50. Minute und der 59. Minute hatte Unterhaching vier Chancen. Doch Marseiler, Felix Müller und Hufnagel verfehlten das Tor oder scheiterten an Engelhardt. Nicht einmal gefährlich getretene Ecken beschworen ernsthafte Gefahr für Eintracht herauf. Fortuna war an diesem Abend definitiv ein Löwe.

Hachings Trainer Claus Schromm schickte in der 61. Minute den 1,91 Meter großen Sturmtank Stroh-Engel auf das Feld, doch der hatte bis zum Spielende keine nennenswerte Chance. Die Löwen standen sturmerprobt und erdverwachsen. Mit zunehmender Dauer gewann man das Gefühl, Eintracht tat zwar kaum noch etwas für das Spiel, kontrollierte aber das Geschehen. Das Eckenverhältnis von 15:2 für Haching verdeutlicht den Spielverlauf.

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Mit Kessel für Fürstner, Becker für Putaro, Kammerbauer für den angeschlagenen Kobylanski, Bär für Biankadi und Otto für Feigenspan sorgte Marco Antwerpen für Zeitgewinn und souveräne Abwehrreihen. Zwei Chancen für die Eintracht wollen aber noch genannt werden. In der 69. Minute sprintete Kessel in bester Usain Bolt-Manier Richtung gegnerisches Tor. Sein Pass in die Mitte zu Pourié konnte der Stürmer aber nicht verwerten. Zehn Minuten später hätte die endgültige Entscheidung fallen können. Feigenspan bediente Biankadi am Elfmeterpunkt, doch der erlösende vierte Treffer sollte nicht fallen.

Für das letzte Highlight sorgte dann Engelhardt, der einen Heinrich-Schuss mit einer tollen Parade entkräftete. Es blieb beim 1:3-Erfolg der Braunschweiger, die jetzt nach dem Wiederbeginn aus vier Spielen 9:1 Punkte geholt haben. Auch das ist ein Ausrufezeichen, das alle in der Liga zur Kenntnis genommen haben. Mit der Eintracht ist wieder zu rechnen. Marco Antwerpens Arbeit trägt Früchte.

Stimmen zum Spiel:

Claus Schromm: Die Verletzung unseres Kapitäns tat weh. Aber nach der Kritik der vergangenen Wochen bin ich stolz, dass wir bewiesen haben, dass wir Druck machen und Chancen herausspielen können.

Marco Antwerpen: Nach dem Rückstand haben wir uns geschüttelt und diesmal den Plan perfekt eingehalten und so eine unfassbare erste Halbzeit gespielt. Im zweiten Durchgang haben wir sehr gut verteidigt und auch das notwendige Glück gehabt.

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