Im dritten Konzert präsentierten die Freunde der KonzertGut Gesellschaft Alte Musik mit dem Münchner Ensemble Caladrius, das in der Reihe „Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler“ in der mit 58 Zuhörern einigermaßen gefüllten St. Johannis-Kirche in Wolfenbüttel stattfand. Das bereits professionell konzertierende, internationale Ensemble Caladrius mit den vier Musikern, Sophie Schambeck (Blockflöten), Mariona Mateu Carles (G-Violone), Jacopo Sabina (Laute/ Theorbe) und Georg Staudacher (Cembalo), aus Italien, Katalonien und Deutschland, boten auf historischen Instrumenten brillant und ausdrucksvoll gespielte musikalische Duelle, zum Beispiel zwischen Johann Sebastian Bach versus Sylvius Leopold Weiss, Scarlatti versus Händel und Johann Georg Pisendel versus Francesco Maria Veracini. Und so spielten die vier in verschiedensten Besetzungen diese feinsinnige Musik des 16. und 17. Jahrhunderts mit viel Verve und Brillanz.

In der großartigen Akustik der Johannis-Kirche hörte das Publikum alle musikalischen Nuancen. Sophie Schambeck spielte mit großer Akkuratesse ihre verschiedensten Blockflöten, mit strahlendem Klang und virtuoser Spieltechnik. Ebenso spielte Jacopo Sabina im Wechsel auf der Laute und Theorbe mit virtuosesten Griffen seine vielschichtigen Stimmen. Das Bass-Fundament, mit einem einzigartigen, warmen und fülligem Ton auf der Violone, erreichte jeden Winkel der Kirche und Mariona Mateu Carles kostete dieses mit ihrer faszinierenden Spieltechnik voll aus. Georg Staudacher perlendes Spiel auf den Tasten des Cembalos ließ beeindruckend aufhorchen. Dazwischen moderierten die Musiker unterhaltsam die Duelle an. Keiner der Musiker ließ Schwächen erkennen, musikalische Spontanität und feinstes Zusammenspiel beeindruckte die Zuhörer. Mit den Blockflöten rückte Sophia Schambeck des Öfteren in den Mittelpunkt des musikalischen Geschehens, was sie mit feinster Tongebung und virtuosesten Spiel und immer mit einem Lächeln im Gesicht beeindruckend schön zum Klingen brachte.

Dieser barocke, musikalische Blumenstrauß begeisterte die Zuhörer, die mit begeisterten Applaus dem Ensemble Caladrius dankten. Das Ensemble bedankte sich dafür mit zwei Zugaben von Andrea Falconieri (1585-1656), der Corriente „dicha la cuella“ und dem „Il spiritillo“ Brando.

Christof Hagedohrn

Zur Startseite

 

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here