Es will einfach nicht klappen bei der Braunschweiger Eintracht. Auch im dritten Spiel der 3. Liga mussten die Löwen einem Rückstand hinterherlaufen und schafften nur Dank eines umstrittenen Elfers noch ein Remis. 17.100 Zuschauern sahen gegen den Tabellenfünfzehnten der Vorsaison, FSV Zwickau, zwar ein 11:0-Eckenplus, aber am Ende nur ein 1:1. Den verdienten Ausgleich hatte Stürmer Hofmann per Elfmeter markiert.Eintrachts Trainer Henrik Pedersen schickte quasi die gleiche Elf wie in Rostock ins Rennen. Nur Verteidiger Sauerland kam für den nicht überzeugenden Becker. Von Beginn an war die Eintracht die spielbestimmende Mannschaft. Doch Verwertbares sprang dabei nicht heraus.

Bis zur 20. Minute war die Partie eher ein laues Sommergeplänkel im Mittelfeld. Zwickau schien von Beginn an auf ein Unentschieden aus und ließ die Löwen agieren. Doch wie gegen den KSC und gegen Rostock waren die Blau-Gelben nicht in der Lage, daraus Kapital zu schlagen.

Zwickaus erste Chance sitzt

Zwickau wartete geduldig auf die eine Chance. Und die kam in der 31. Minute. Ein Augenblick der Unachtsamkeit und schon lag die Eintracht nach einem trockenen Schuss von Miatke zurück. Das 0:1 verwalteten beide Mannschaften bis zum Halbzeitpfiff. Die Extremtemperaturen dämpften alle Bemühungen.

In der Kabine dürfte Pedersen seiner Mannschaft klar gemacht haben, dass sie zielstrebiger zu Werke gehen muss. Und die Mannschaft zeigte eine Reaktion. Von jetzt an spielte im Grunde nur noch die Eintracht.

Bulut trifft nur den Pfosten

Doch die Braunschweiger Bemühungen waren zu wenig zielstrebig. Statt frech nach vorn zu spielen, schoben sich die Spieler den Ball und damit die Verantwortung zu. In der 54. Minute nahm Rechtsaußen Bulut  sein Herz in die Hand, steuerte dynamisch in die Mitte und drosch den Ball an den Pfosten. Ein Weckruf.

Auf den Rängen spürten die Fans, dass ihr Team Unterstützung brauchte. Lautstark peitschten sie die Löwen nach vorn. In der traditionsträchtigen 67. Minute hatte Phillip Hofmann den Ausgleich auf dem Fuß. Doch Gäste-Keeper Brinkies rette mit dem dem Fuß in allerletzter Sekunde.

Doch eine Minute später die Erlösung. Im Zwickauer Strafraum kam Hofmann nach einem Einsatz von Lange zu Fall. Schiedsrichter Gerach zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Ob zu recht wurde aber auch nach dem Spiel noch heftig diskutiert. Der Gefoulte trat selbst an und erzielte sicher den Ausgleich (68.).

Sicherheit statt Risiko

Jetzt waren sich die Fans sicher, hier geht noch was. Am Ende mussten sie sich jedoch mit einem Unentschieden zufrieden geben. Zwar brachte Pedersen noch Fejzullahu und Canbaz, doch gefährlicher wurden die Aktionen der Löwen dadurch nicht. Und statt mit Yari Otto alles zu versuchen, brachte der Däne mit Nkansah für den ausgepowerten Burmeister einen Innenverteidiger. Getreu der Devise, lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

Fazit

Drei Spiele, zwei Punkte, kein Tor aus dem Spiel heraus. Eintrachts Saisonauftakt ist durchwachsen. Die Mannschaft muss schnell lernen, nicht immer durch Unkonzentriertheiten in den Rückstand zu geraten. Und vorn braucht Hofmann Unterstützung.Das Warten auf Käufer für Nyman und Valsvik, um aus den Erlösen nochmal aktiv zu werden, könnte zu defensiv sein und sich böse bemerkbar machen.

Am kommenden Samstag muss die Eintracht nun bei Wehen versuchen, den ersten Dreier einzufahren. Sicherlich die schwerste der bisherigen Aufgaben. Der Druck wächst.

Das sagten Spieler nach dem Spiel:

Felix Burmeister

Niko Kijewski

Die Pressekonferenz der Trainer:

Pressekonferenz nach dem Spiel Eintracht Braunschweig gegen FSV Zwickau
Pressekonferenz nach dem Spiel Eintracht Braunschweig gegen FSV Zwickau

Die Spielerwertung:

Engelhard – solide und wenig geprüft.
Sauerland – fleißig, aber erneut zerfahren.
Burmeister – unauffällig, leicht angeschlagen.
Tingager – solide, aber ungenau im Aufbau.
Fürstner – unauffällig.
Franjic – fleißig, aktiv, gelegentlich übermotiviert.
Thorsen – erneut schwach.
Bulut – wieder agilster Braunschweiger.
Amundsen – Aktivposten, aber ungenau.
Hofmann – ackert vorbildlich, kann sich aber zu selten durchsetzen, wenig Torgefahr.

Fejzullahu – unter seinen Möglichkeiten.
Canbaz – genial im Ansatz, übermotiviert im Abschluss.
Nkansah – grundsolide, trotz Größe aber nicht immer mit Lufthoheit.