Sinsheim. Der VfL Wolfsburg hat am 22. Spieltag dank seines Torjägers Wout Weghorst mit 3:2 (1:1) bei der TSG 1899 Hoffenheim gewonnen. Erst verwandelte er zwei Elfmeter (18.,52.), bevor er den Siegtreffer (71.) markieren konnte. Damit haben die Wölfe zu einem Konkurrenten auf die internationalen Plätze wieder aufgeschlossen.

VfL-Cheftrainer Oliver Glasner gab John-Anthony Brooks wieder eine Bewährungschance in der Innenverteidigung. Zudem begannen Kevin Mbabu für den verletzten William (Kreuzbandriss) und Wout Weghorst für Daniel Ginczek (Bank).

Per Elfmeter in Führung

Beide Teams starteten sehr verhalten in das Spiel. Nach sieben Minuten setzte sich zwar Pavel Kaderabek an der rechten Strafraumkante in Szene, doch stellte sein Flachschuss für Koen Casteels kein Problem dar. Gefährlicher wurde es sechs Minuten später, als Renato Steffen und Kevin Mbabu die Heimabwehr von beiden Flügeln mit Flanken traktierten, sich aber weder für die zwei Schweizer noch für Weghorst, der ebenfalls mitmischte, eine Lücke fand. Mit dem nächsten Angriff gingen die Wölfe dafür in Front: Nach einer abgewehrten Flanke wollte Xaver Schlager abziehen, doch warf sich im Strafraum Sebastian Rudy mit erhobenem Arm in den Ball. Der Schiedsrichter verhängte Elfmeter, Weghorst trat an und verwandelte souverän (18.).

Mehmedi-Treffer zählt nicht

Mit dem neuen Zwischenstand war die Abtasterei endgültig rum. Hoffenheim wurschtelte sich in die Partie, hatte es aber mit bissigen Wölfen zu tun, deren Abschlüsse auch weiterhin gefährlicher wirkten und die in ihrer besten Phase zum zweiten Mal jubelten. Admir Mehmedis Abstaubertor wurde nach der Überprüfung durch den Videoassistenten wegen einer Abseitsstellung jedoch annulliert (42.). Umso bitterer für Grün-Weiß, dass die TSG ihre erste richtig gute Chance dann auch gleich nutzte: Nachdem Christoph Baumgartner den Ball nach einem Konter ins Tor geköpft hatte, stand es statt 0:2 zum Seitenwechsel nur 1:1 (45.).

Weghorst sicher vom Punkt

Psychologisch befand sich der VfL mit Wiederbeginn nun gar im Nachteil. Doch ehe Hoffenheim den frischen Rückenwind nutzen konnte, setzten die Wölfe ein Signal, denn Weghorst zwang Baumann nach einem starken Angriff direkt zu einer Glanztat. Mbabu schnappte sich den Abpraller, kam beim Versuch, ihn zu versenken, im Zweikampf jedoch zu Fall. Mit drei Minuten Verzögerung sah sich der Unparteiische auch diese Szene noch einmal an und entschied wieder auf Strafstoß. Weghorst trat zum zweiten Mal an und bugsierte die Kugel erneut in die Maschen – 2:1 für Grün-Weiß (52.)!

Elfmeter-Festival

Anders als nach der ersten Führung jubelten die Wölfe nur kurz. Denn nach einem abgeblockten Freistoß der TSG meldete sich der Videoassistent erneut. Das Urteil: Weghorst hatte beim Abwehren im Strafraum ein Handspiel begangen, so dass dieses Mal die Heimelf einen Strafstoß bekam. Kramaric ließ sich die Großchance nicht nehmen und markierte das 2:2 (60.).

Beide Teams spielten auf Sieg

Mit offenen Visieren spielten beide Teams auf Sieg, wobei die Kraichgauer dem dritten Treffer zeitweise näher kamen: Gleich zwei Mal in kurzer Folge kam Baumgartner aus kurzer Entfernung zum Schuss, scheiterte aber jeweils am überragenden Casteels (68./70.). Dann die Szene des Nachmittags: Josip Brekalo, just eingewechselt, bediente herrlich aus dem Zentrum den startenden Max Arnold. Als dessen Zuspiel bei Weghorst landete, lupfte der Niederländer unnachahmlich ins lange Eck und bekam einen perfekten Konter damit vollendet. Wieder lag der VfL vorn (71.)! Die TSG versuchte nun alles, kam auch mehrfach noch vor das grün-weiße Tor. Die größte Chance aufs 3:3 vergab Benjamin Hübner, der per Kopfball haarscharf scheiterte (83.). Da auf der anderen Seite Brekalo (77.), Jerome Roussillon (81.) und abermals Weghorst (87.) aber die Vorentscheidung verpassten, ging der Auswärtserfolg der Wölfe in Ordnung.

Statistik zum Spiel

TSG Hoffenheim: Baumann – Posch, Hübner, Bicakcic (46. Zuber) – Kaderabek, Samassekou, Grillitsch (74. Dabbur), Skov, Rudy (46. Bruun Larsen), Baumgartner – Kramaric

VfL Wolfsburg: Casteels – Mbabu, Knoche, Brooks, Roussillon – Guilavogui, Schlager, Arnold, Mehmedi (86. Klaus) – Weghorst (90. Ginczek), Steffen (69. Brekalo)

Tore: 0:1 Weghorst (18., Handelfmeter), 1:1 Baumgartner (45.), 1:2 Weghorst (52., Foulelfmeter), 2:2 Kramaric (60, Handelfmeter), 2:3 Weghorst (71.)

Gelbe Karten: Rudy, Hübner / Arnold, Weghorst

Zuschauer: 22.506 am Samstagnachmittag in der PreZero-Arena

Schiedsrichter: Sören Storks (Velen)

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