Berlin. Am sechsten Spieltag trafen die Wölfe auf ihren Ex-Trainer Bruno Labbadia, der seit dem ersten Lockdown die Geschicke der Berliner Hertha verantwortet. Nach einer umkämpften Partie trennten sich der Hauptstadtklub und die Grün-Weißen mit 1:1 (1:1). VfL-Neuzugang Ridle Baku (20.) konnte den frühen Führungstreffer der Berliner durch Matheus Cunha (6.) ausgleichen. Damit bleiben die Wölfe zwar weiterhin ungeschlagen, belegen aber aufgrund der Remis-Vielzahl nur den zehnten Tabellenrang.

Im Vergleich zum ersten Saisonsieg gegen Arminia Bielefeld (2:1) musste das VfL-Trainerteam die komplette Schaltzentrale im zentralen Mittelfeld ersetzen. Josuha Guilavogui fehlte verletzungsbedingt mit Muskelfaserriss. Maximilian Arnold erwartete die Geburt seines zweiten Kindes. Sie wurden von Xaver Schlager und Yannick Gerhardt ersetzt. Josip Brekalo nach überstandener Quarantäne nahm die Position von Admir Mehmedi ein, der aus taktischen Erwägungen heraus eine Pause bekam.

Blick auf die Defensive

Für die Berliner Hertha eine richtungsweisende Partie, nachdem sie bisher nur einen Sieg (drei Punkte) in den ersten fünf Spielen erreichen konnten. Die Wölfe zwar ebenfalls erst mit einem Saisonsieg waren vor dieser Begegnung noch ungeschlagen.

VfL-Cheftrainer Oliver Glasner verwies auf die disziplinierte Defensivarbeit, die aus seiner Sicht gegen die offensivstarken Berliner als Schlüssel zum Sieg betrachtet werden müsse.

Früher Rückstand

Nachdem die Wölfe mit einem Abseitstor (3.) und einem Torabschluss von Wout Weghorst (5.) gut in das Spiel gestartet waren, gerieten sie durch einen kuriosen Schuss von Matheus Cunha (6.) früh in Rückstand. Der Torschütze war eigentlich weggerutscht, traf den Ball aber dennoch im Fallen so gut, dass der überraschte Koen Casteels nicht mehr reagieren konnte.

Ridle Baku trifft sehenswert

Die Gastgeber hatten Oberwasser und versuchten durch Sturmführer Jhon Cordoba (10.,13.) gleich nachzusetzen. Doch die Wölfe schüttelten sich kurz und ergriffen ihrerseits die Initiative. Nach guten Aktionen von Josip Brekalo (17.) und Yannick Gerhardt (18.) belohnte der selbstbewusste Neuzugang Ridle Baku (20.) die Wölfe mit einem sehenswerten Linksschuss vom Strafraumrand zum frühzeitigen Ausgleich.

In der zweiten Hälfte des ersten Durchgangs belauerten sich beide Teams, um weitere Akzente zu setzen. Diese setzte der Schiedsrichter mit einem Elfmeterpfiff (35.) gegen die Wölfe. Wout Weghorst sollte im eigenen Strafraum gefoult haben und war gleichermaßen wie das ganze Team über diese Entscheidung erschrocken. Der Videoassistent sorgte für Gerechtigkeit, so dass der Pfiff revidiert werden konnte.

Im zweiten Spielabschnitt lag der Schwerpunkt der Grün-Weißen auf der Defensive. Wenig Entlastungsangriffe, so dass Innenverteidiger Maxence Lacroix (72.) sogar in höchster Not mit spektakulärem Einsatz gegen Jhon Cordoba retten musste. Die Berliner zeigten sich noch nicht so gefestigt, um den Druck dauerhaft hochzuhalten. Beide waren letztlich mit einem Punkt zufrieden.

Trainerstimmen zum Remis

Oliver Glasner: Über die gesamtem 90 Minuten können wir mit dem Punkt heute zufrieden sein. Wir haben eine sehr gute Anfangsphase von uns gesehen, obwohl wir dann mit dem ersten Angriff von Hertha mit 0:1 im Rückstand waren. Danach gab es eine tolle Reaktion, wir haben sehr schöne Angriffe nach vorne gespielt und auch ein wunderbares 1:1 erzielt. Wir haben dann am Ende der ersten Halbzeit und vor allem die ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit große Probleme bekommen, haben vorne zu schnell die Bälle verloren, in den Eins-zu-Eins-Situationen zu viele leichte Ballverluste gehabt. Dadurch hat Hertha das Spiel in unsere Hälfte tragen können und da sind sie dann mit ihrer Offensivpower sehr, sehr gefährlich. Man muss aber auch sagen, dass meine Mannschaft dann sehr gut verteidigt hat und hinten raus haben wir es dann geschafft, auch durch die Wechsel noch einmal für mehr Entlastung zu sorgen. Wir hatten dann noch die eine oder andere Halbchance durch gefährliche Standards. Deswegen denke ich, dass der Punkt in Ordnung geht.

Bruno Labbadia: Wir hatten sehr gute Torchancen, aber als ehemaliger Stürmer weiß man, dass nicht jeder Ball reingeht. Das ist schade, gerade in der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft nochmal eine Schippe raufgelegt. Da hatten wir das Spiel nach taktischen Umstellungen komplett im Griff. Daher sind wir ein bisschen enttäuscht, dass wir nur einen Punkt geholt haben – einfach, weil wir heute drei verdient gehabt hätten. Manchmal ist es beschwerlich, wenn man wie wir momentan das Glück nicht gepachtet hat. Aber ich bin sicher: Wenn wir bereit sind, diesen Weg weiterzugehen, werden wir dafür belohnt.

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