Wolfsburg. Am 23. Spieltag der Fußball-Bundesliga gewann der VfL Wolfsburg mit 2:0 (1:0) gegen Hertha BSC Berlin nach einem Eigentor von Lukas Klünter (37.) und dem ersten Saisontreffer von Maxence Lacroix (89.). Die Wölfe marschieren weiter Richtung Tabellenspitze und Champions League. Allerdings ist der Spielverlauf für die Berliner durchaus als maximal bitter einzustufen.

Das VfL-Trainerteam um Chefcoach Oliver Glasner war zu einem Wechsel in der Startelf gezwungen. Nach der fünften gelben Karte war John-Anthony Brooks gegen seinen Ex-Club gesperrt. Der Kroate Marin Pongracic ersetzte ihn positionsgetreu in der Innenverteidigung. Auf der Gegenseite argumentierte Hertha-Coach Pal Dardei: „Diese Aufgabe ist der schwerste Job meiner Karriere. Es ist für uns ein sehr gefährliches Jahr.“ Seit dem Trainerwechsel gab es noch keinen Sieg für die Berliner. Mit Winterneuzugang Sami Khedira haben sie einen international erfahrenen „Leader“ hinzugewonnen. Von Olympique Marseille kam zudem der serbische Nationalstürmer Nemanja Radonjic hinzu. Daher sprach Oliver Glasner auch individuell keineswegs über einen Abstiegskandidaten.

Mutige Berliner

Die Berliner begannen mutig und selbstbewusst, obwohl die Vorzeichen der Partie eigentlich klar verteilt waren. Die Wölfe seit neun Spielen ungeschlagen im Vergleich zur seit acht Spielen sieglosen „alten Dame“ Hertha war eine klare Tendenz. Die ersten Torchancen lagen bei den Gästen, obwohl die Wölfe mit Ballbesitz glänzten. Lucas Tousart (11.) streifte die Querlatte und Sami Khedira (18.) versuchte es aus der Entfernung.

Wölfe finden schwer ins Spiel

Die erste gefährliche Aktion der Wölfe resultierte aus einem Fehler der Gäste. Yannick Gerhardt (20.) eroberte den Ball im frühen Pressing nach einem zu kurzen Anspiel von Hertha-Keeper Rune Jarstein. Sofort suchten die Wölfe über „Maxi“ Arnold ihren Torjäger Wout Weghorst, aber Rune Jarstein konnte seinen Fehler wieder ausbügeln. Wenig später fand er ihn (23.), aber der Kopfballtreffer nach Freistoss fand aufgrund einer klaren Abseitsposition keine Anerkennung. Ansonsten verteidigten die Wölfe konzentriert und warteten geduldig auf ihre Chance. Auch die Berliner spielten fokussiert, verdichteten die Räume und grenzten vor allem die Kreise und Anspielmöglichkeiten von Wout Weghorst ein.

Eigentor bringt VfL in die Erfolgsspur

Die Wölfe versuchten es zunehmend über die Außenpositionen. Paulo Otavio und Ridle Baku erzeugten Druck über ihre Seiten. Eine dieser Situation brachte die Wölfe nach vorn. Der Berliner Lukas Klünter (37.) beabsichtigte vor dem einschussbereiten Weghorst zu klären, traf aber ins eigene Tornetz. Der Matchplan der Wölfe ging wieder auf. Der Berliner hatten sich durchaus als schwieriger Gegner präsentiert.

Wölfe geduldig und mit Spielglück

Die Hauptstädter brachten schon nach der Pause zwei frische Offensivkräfte mit Jhon Cordoba und Krzystof Piatek. Mit harten Zweikämpfen waren die Wölfe sofort wieder im Spiel und lauerten auf einen weiteren Fehler der Gäste. Wout Weghorst (56.) verfehlte aus spitzem Winkel das Hertha-Tor und Xaver Schlager (57.) konnte nach Ballgewinn noch abgeblockt werden. Auf der anderen Seite fehlte den Berlinern die letzte Konsequenz. Eine unglückliche Ballverlängerung von Marin Pongracic nach einer Flanke von Vladimir Darida hätte der Niederländer Deyo Zeefuik (58.) per Kopf verwandeln müssen, aber Wölfe-Keeper Koen Casteels zeigte reflexartig seine ganze Klasse. Auch in der nächsten Situation gegen Jhon Cordoba (59.) war er gleich wieder auf dem Posten. Dieses Zusammenspiel aus knallharter und resoluter Verteidigung mit einem überragenden Torsteher Koen Casteels ist derzeit das Erfolgsgeheimnis der Wölfe.

Elfmeterpfiff für die Gäste wird revidiert

Auch das notwendige Spielglück blieb den Grün-Weißen hold. Schiedsrichter Bastian Dankert (79.) entschied nach einer Abwehraktion der Wölfe auf Elfmeter für die Gäste. Nach Videobeweis musste er diese Entscheidung revidieren, weil weder Marin Pongracic mit der Hand berührt noch Ridle Baku gefoult hatte. Im Vorgriff dieser Aktion rettete Koen Casteels mit einer weiteren Glanztat gegen Jhon Cordoba (79.). Krzystof Piatek (84.) traf nach Zuspiel von Matteo Guendouzi den Außenpfosten. Die gegentorfreie Zeit der Wölfe setzte sich mit Glück und Geschick fort. Die eingewechselten Joao Victor und Bartosz Bialek (86.) forderten eigentlich erstmalig Hertha-Torsteher Rune Jarstein, der sich auszeichnen konnte. Die Wölfe hielten die berliner vom eigenen Tor weg.

Maxence Lacroix krönt seine Leistung

Den Deckel auf den Sieg machte Maxence Lacroix (89.) mit seinem Kopfballtreffer nach Eckstoss von Maximilian Arnold. Die Wölfe gewannen mit einer maximal effizienten Leistung und dem Glück eines Spitzenteams. Die Berliner müssen sich ankreiden lassen, dass in den spielentscheidenden Phasen entweder Konsequenz oder Konzentration fehlten. Einziger Wermutstropfen war die gelb-rote Karte von Marin Pongracic (90.+4) als er unnötig hart gegen den Berliner Piatek einstieg.

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