Berlin. Am 15. Spieltag trennten sich die Tabellennachbarn Union Berlin und VfL Wolfsburg in der Landeshauptstadt mit 2:2 (1:1). Dabei erkämpften sich die Wölfe diesen Punktgewinn nach Rückstand und in Unterzahl. Renato Steffen (10.) traf zur Führung, während Wout Weghorst (66.) per Handelfmeter ausglich.

VfL- Cheftrainer Oliver Glasner sah nach der 0:2-Niederlage seines Teams bei Borussia Dortmund keine Veranlassung für einen Wechsel in seiner Startelf. Er warnte insbesondere vor den Standardsituationen und dem schnellen Umschaltspiel der heimstarken Berliner. Im März hatten die Wolfsburger nach einem 0:2-Rückstand noch ein Remis bei Union geholt. Damals verteidigte Robin Knoche noch 90 Minuten auf der Seite der Wölfe. Nachdem sein Vertrag nach 15-jähriger Vereinszugehörigkeit nicht verlängert wurde, avancierte er zur unumstrittenen Stammkraft in der Berliner Abwehrzentrale.

Renato Steffen mit dem Kopf

Im Stadion an der „Alten Försterei“ spielten beide Teams gleich mit offenem Visier. Natürlich strebten die Wölfe die Spielkontrolle an. Es galt den Unionern keine Räume in der Umschaltsituation anzubieten. Dennoch hatten die Gastgeber die erste Großchance im Spiel. Sheraldo Becker (2.) war bei einer Kontersituation vor Wölfe-Keeper Koen Casteels am Ball, konnte aber aus spitzem Winkel von der Strafraumecke nicht verwandeln. Nach einer Eckballvariante über Ridle Baku (4.) gewann Robin Knoche das erste Kopfballduell gegen VfL-Torjäger Wout Weghorst. Die Wölfe kontrollierten das Spielgeschehen. Yannick Gerhardt (9.), der mit auslaufendem Vertrag erneut in der Startelf stand, forderte per Kopf eine Glanztat von Union-Keeper Andreas Luthe ein. Die nachfolgende Ecke -getreten von Maximilian Arnold- brachte den Führungstreffer der Wölfe. Renato Steffen (10.) setzte sich im Zentrum durch und nutzte eine Zuordnungsschwäche der Berliner. Sein Kopfball schlug im linken unteren Eck ein. Der positive Spielverlauf verlieh dem VfL aber keine weitere Selbstsicherheit.

Union Berlin schlägt zurück

Kleinere Unzulänglichkeiten schlichen sich ein. Es entstanden keine weiteren Chancen, um sich frühzeitig abzusetzen. Die Berliner blieben weiter in Lauerstellung. Ein schlechtes Zuspiel von Marin Pongracic eroberte Marcus Ingvartsen und passte quer auf seinen Sturmkollegen Sheraldo Becker (29.), der aus 15 Metern in den rechten Torwinkel traf. Der verdiente Ausgleich, weil sich „die Eisernen“ in die Begegnung gearbeitet hatten. Das Spiel verlief ausgeglichen weiter mit zwei Großchancen vor dem Pausentee. Erst tauchte Yannick Gerhardt (42.) nach Zauberpass von Wout Weghorst frei vor Andreas Luthe auf, dann war der Berliner Taiwo Awoniyi (43.) gefährlich frei im Kopfballspiel. Das Remis nach 45 Minuten war leistungsgerecht.

Arnold sieht ROT wegen Notbremse

Zur zweiten Halbzeit kam VfL-Kapitän Josuha Guilavogui für Marin Pongracic in die Innenverteidigung. Die Wölfe kamen zwar stabil zurück, mussten aber kurz nach Wiederbeginn einen doppelten Rückschlag verkraften. Erst bekam Maximilian Arnold (51.) nach Video-Überprüfung die Rote Karte wegen Notbremse, dann verwandelte Robert Andrich (52.) den fälligen Freistoß direkt aus zentraler Position. Eine direkt verwandelte Ecke von Christopher Trimmel (60.) fand keine Anerkennung, weil Taiwo Awoniyi Wölfe-Keeper Koen Casteels blockiert hatte.

Mit Mentalität zum Remis

Trotz Unterzahl gaben die Wölfe nicht auf und suchten ihre Chancen. Einen Torschuss von Josip Brekalo (65.) entschärfte Marcus Ingvartsen mithilfe der Hand, so dass der Unparteiische nach Videoprüfung auf Handelfmeter für den VfL entschied. Wout Weghorst (66.) verwandelte präzise zum Ausgleich. Den Grün-Weißen gelang es weiterhin durch starke Laufarbeit die Unterzahl zu kompensieren. Die Berliner hingegen erspielten sich keine erkennbaren Vorteile. Die Gastgeber wechselten ihre Offensivkräfte (77.), um den Druck wieder zu erhöhen. Der eingewechselte Marius Bülter (79.) zeigte gleich Präsenz, scheiterte aber an Koen Casteels. Keine der beiden Mannschaften vermochte es mehr, den Defensivverbund des Gegners in Verlegenheit zu bringen. Die Wölfe nahmen immer wieder Zeit von der Uhr und verdienten sich diesen Auswärtspunkt.

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