Wolfsburg. Am elften Spieltag unterlagen die Wölfe vor 24.112 Zuschauern in der VW-Arena Bayer 04 Leverkusen mit 0:2 (0:1) nach Toren von Karim Bellarabi (25.) und Paulinho (90.+6). Damit rutschten sie auf den zehnten Tabellenrang ab.

Das VfL-Trainerteam reagierte auf die Blessur von Josip Brekalo (Bluterguss) mit der Hereinnahme von Felix Klaus, der zwar bislang nicht als Torjäger in Erscheinung getreten war, aber durch sein umtriebiges Laufverhalten bisher den Gegner im Spielaufbau immer gut unter Druck gesetzt hatte. Zudem bekam Jerome Roussillon, nachdem er gegen Gent 90 Minuten auf der Bank schmorrte, seine Bewährungschance um wieder an sein Leistungsvermögen aus der letzten Saison anzuknüpfen. Renato Steffen machte Platz. Das Spielsystem behielten die Wölfe bei und es musste davon ausgegangen werden, dass den Gästen weitestgehend der Ballbesitz überlassen werden sollte. Damit das Glasnersche System Anwendung finden würde.

Erneut keine Berücksichtigung in der Startelf fanden Yunus Malli (eingewechselt gegen Gent) und Elvis Rexhbecaj (eingewechselt gegen RB Leipzig).

Leverkusen vom Wölfe-Pressing nicht beeindruckt

Die Wölfe deuteten ihr Pressingvorhaben an. Doch die Gäste von Bayer Leverkusen ließen sich mit ihren technisch versierten Spielern davon nicht beeindrucken. Nach sechs Minuten sendete Karim Bellarabi den ersten diagonalen Warnschuss von der rechten Seite ab. Erst nach 23 Spielminuten die erste gefährliche Szene der Wölfe als Felix Klaus von der rechten Seite auf Wout Weghorst flankte und dieser das Außennetz traf. Slapstick zwei Minuten später.

Wölfe sahen Foul – Wo war die Defensive?

Marcel Tisserand unterschätzt den Ball, unwesentlich irritiert vom Torschützen Karim Bellarabi, der anschließend die komplette VfL-Abwehr düpiert und Pavao Pervan den Ball aus Nahdistanz in das kurze Eck zimmert. Schlechter kann eine Bundesligamannschaft nicht mehr verteidigen. Die komplette Taktik war über den Haufen geworfen, falls ein 33prozentiger Ballbesitz überhaupt erstrebenswert ist. Zudem gewannen die Gäste fast 60 Prozent der Zweikämpfe. Kai Havertz (32.) forderte die Wölfe zum Tanz im 16er auf und hoffte auf einen Elfmeter, den Schiedsrichter Manuel Gräfe ihm verwehrte. Kurz darauf rettete Charles Aranguiz (33.) vor dem aufgerückten Robin Knoche.

Maximilian Arnold (36.) traf nach einem William-Einwurf das Außennetz. Aber viel mehr fiel den Wölfen nicht ein. Die Gäste hatten sich die Führung verdient und schalteten spätestens nach der verletzungsbedingten Auswechselung von Kai Havertz (42.) auf eine defensivere Ausrichtung um.

Beide Teams formschwach

In der zweiten Halbzeit forcierten die Wölfe ihre Bemühungen. Allerdings gelang es Außenverteidiger William (48., 55.)in der Vorwärtsbewegung nicht, seinen Mittelstürmer Wout Weghorst zu finden. Die Grün-Weißen konnten nicht so richtig und die Gäste wollten scheinbar den Vorsprung tiefstehend verteidigen. Zwischenzeitlich ergab sich daraus ein regelrechtes Fehlpassfestival, das auch mit der Belastung unter der Woche nicht zu begründen ist. Maximilian Arnold (51.) und Felix Klaus (53.) prüften Bayer-Keeper Lukas Hradecky. Nadiem Amiri (56.) besaß die Chance zur vorzeitigen Entscheidung. Wout Weghorst verpasste nach Anspiel von Josuha Guilavogui (81.). Das VfL-Trainerteam wechselte zunehmend offensiv und löste in der 83. Minute sogar die defensive Dreierkette auf. Doch auf dem Platz blieben sie glücklos und umständlich. Josip Brekalo (66.) schoss Wout Weghorst an. Die Gäste verdichteten die Räume in einem 4-5-1-System und lauerten auf Konter. Erst vergab Moussa Diaby (88.), dann aber nutzte Paulinho (90.+6) die entblösste Defensive der Grün-Weißen zur endgültigen Entscheidung.