Wandern in Stille – in der Gruppe meditativ unterwegs sein: Ist das sinnvoll und passt das zusammen? Probieren geht über Studieren! Schon immer haben einzelne Menschen Abstand vom Alltäglichen in der Stille gesucht. Sie sind auf Berge gestiegen, in die Wüste gegangen oder haben sich an abgelegenen Stellen einen Platz gesucht. Manche haben als Eremiten gelebt, andere sind zu spirituellen Vorbildern geworden.

Oft kann Wandern in Stille in der Gruppe tragend und unterstützend wirken. Vielleicht steht eine Veränderung an, denn Stille ist ein altbewährter Weg, sich innerlich klarer zu werden, oder auf die Verbindung zur Mitwelt zu blicken, zum Urgrund in sich selbst oder um den Lebensweg neu auszurichten.

Meditationsgruppe in Wolfenbüttel

Eine Meditationsgruppe in Wolfenbüttel sitzt regelmäßig in Stille zusammen. Zwei Stunden in der Woche sind ein deutliches Innehalten und rückt Manches schon in ein anderes Licht. Im Sommerhalbjahr wird die Stille dann möglichst oft in der Natur gesucht. Schweigend und nur mit den Geräuschen des Waldes beim Wandern unterwegs wird alles zunehmend wacher und meditativer erfahren: Vogelgezwitscher, Wolken und Wind, Spiegelungen in den Regenpfützen und wogende Felder. Einerseits Regeneration, andererseits wohltuende Distanz, um den inneren, feinen Regungen der Seele lauschen zu können. Was im Alltagstrubel meistens zu kurz kommt.

Stille ist kein Selbstzweck. Sie ist eine Kraft voller Lebensgeheimnisse und vermag uns wieder zu öffnen, wenn wir zum Schutz „zugemacht“ haben. Und sie kann uns tiefer nach innen führen. Jeder schleppt ein Gepäck an Belastungen, Verletzungen, Enttäuschungen mit sich herum – und Unvollendetes. Wenn wir uns wieder klarer wahrnehmen können, zum Innehalten und zum Durchatmen finden, dann verlieren manche Unsicherheiten, Einengungen, Zerrissenheiten schon etwas von ihren akuten Bedrohungen.

Vielfältige Möglichkeiten

Um die Kraft der Stille auszuschöpfen, waren alle Kulturen – und besonders auch die spirituellen Sucher – sehr erfinderisch. Die Möglichkeiten sind enorm vielfältig und für jeden Menschen dürfte es eine angemessene Methode geben. Letztlich haben sie alle ein Anliegen: dass wir das Leben in seiner Ganzheit mit all seinen Facetten besser in den Blick nehmen können.

Den Elm zu durchqueren ist jederzeit interessant, doch im Frühling ist vieles so neu und verwandelt. Wir sind Teile der Natur und leben am besten in enger Verbindung zur Natur. Beim Staunen über die vielen Wunder der Schöpfung geht das Herz auf und die Seele findet mehr zum Lebensgrund. Jeder Moment, der uns ins Jetzt führt, bedeutet höchste Lebensqualität – und er ist nicht vom Ego begrenzt.

Spirituelle Impulse

Spirituelle Impulse gehören zu einer meditativen Wanderung genauso wie die Stille. Und gerade durch die Einbettung in die Natur, durch offene Sinne und wachen Geist gewinnen sie an Kraft. Die Traditionen der Stille, der Eremiten, der Religionen aller Welt haben eine wunderbare Vielfalt hervorgebracht. Sie führen uns immer wieder auf den einen Punkt: Im Herzen sind wir alle spirituelle Sucher. Und deshalb können wir – und sollen wir – die Endlichkeit durch Stille jeden Tag überschreiten.

Diese meditative Wanderung (14 km) findet statt am Samstag, 18. Mai und eine Wiederholung ist für Donnerstag, 30. Mai (Himmelfahrtstag) angesetzt. Sie dauert von 9 bis 17 Uhr. Für Verpflegung und Getränke sorgt jeder selbst, der Treffpunkt ist die Gaststätte Reitlingstal im Elm. Kosten entstehen nicht, doch eine Spende zugunsten des Hospizvereins Wolfenbüttel wird aber gern entgegengenommen. Veranstalter ist der Meditationskreis für Zen-Kontemplation Wolfenbüttel. Anmeldeschluss: für den 18 Mai am 8 Mai, für den 30 Mai der 20 Mai. Nähere Informationen und Anmeldung: Telefon 05331 75760 oder berndjuergens@t-online.de.

Bernd Jürgens

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