Die Braunschweiger Eintracht macht es einem nicht leicht. Nachdem mehrere Abstiegskandidaten ihre Spiele am 35. Spieltag der 3. Liga verloren hatten, bestand die Chance für Blau-Gelb, mit einem Sieg für eine Vorentscheidung zu sorgen. Hätte das doch vier Punkte Abstand auf den ersten Abstiegsplatz bedeutet. Doch die Gäste spielten nicht mit. Quasi mit dem Schlusspfiff gelang den Löwen aber noch durch Julius Düker der Ausgleich zum 3:3. Die Gäste lagen schon mit zwei Toren vorn und müssen attestieren, gegen diese Eintracht musst du bis zum Schlusspfiff hellwach sein. Andererseits darf auch niemand aus den Augen verlieren, dass die Chancen-Verwertung der Löwen weiter mangelhaft ist.

Eintrachts Coach André Schubert musste zwei Tage vor der Partie einen schweren Rückschlag hinnehmen. Das DFB-Sportgericht hatte Robin Becker für fünf Spiele gesperrt. Wegen angeblicher rassistischer Beleidigungen. Das jedenfalls hat ein Spieler vom TSV 1860 München behauptet. Zeugen dafür gibt es, so Präsident Sebastian Ebel, nicht. Der Verein hat Protest eingelegt.

Doch der Trainer musste umstellen. Für den in der Inneverteidigung so stark aufspielenden Becker kehrte Rütten an die Seite von Nkansah zurück. Dritter Mann in der Abwehrreihe war Kijewski.

Davor sollten Fürstner und Pfitzner für klare Verhältnisse sorgen, während Putaro und Kessel im Rückwärtsgang aus der Dreierreihe eine Fünferreihe machen, im Vorwärtsgang für Druck von den Außen sorgen sollten. Bär und Hofmann waren erneut für Tore zuständig.

Zwei dicke Chancen liegen gelassen

Und die Löwen begannen stark. Sie drängten Preußen Münster in die eigene Hälfte und erspielten sich bis zur 9. Minute bereits drei Chancen, zwei davon darf man als 100-prozentige bezeichnen. In der 3. Minute setzte Bär einen Kopfball noch deutlich über das Tor, in der 6. Minute jedoch „versemmelte“ Hofmann dessen tollen Querpass in den Strafraum. Der hätte sitzen müssen. Weitere drei Minuten später konnte Putaro eine herrliche Kombination über Janzer und Kessel nicht verwerten. Da drängte sich bereits dem einen oder anderen Fan die Befürchtung auf, dass sich so etwas böse bezahlt machen könnte. Und das nicht ganz unberechtigt.

Ab der 13. Minute kamen die Gäste besser ins Spiel. Münster erkannte, dass die Braunschweiger Abwehr unter Druck Fehler machte. Genau damit dürfte Trainer Antwerpen auch gerechnet haben, der natürlich von den Braunschweiger Problemen wusste. In der 17. Minute setzte Innenverteidiger Scherder eine erste Marke. Niemand hatte ihn auf dem Zettel, so dass er ungehindert köpfen konnte. In der 28. Minute traf er besser, nämlich zur Führung. Die Vorarbeit hatte der unbequeme Dardashov geleistet.

Nicht einmal vier Minuten später wurde es schmerzhaft für die Braunschweiger Fans. Kobylanski nahm mit dem rechten Fuß einen Flanke von Dardashov an und hämmerte den Ball mit links in die Maschen des Braunschweiger Tores. Der Treffer saß tief im Gemüt der Fans. Doch die Eintracht im Frühjahr 2019 lässt sich nicht hängen.

Nur zwei Minuten später sorgte Benjamin Kessel nach Vorlage von Janzer für den viel umjubelten Anschluss. Jetzt agierten beide Mannschaften erst einmal vorsichtiger. Das schien allen doch zu schnell zu viel des Guten, die Partie verflachte. Eine Tatsache, an der der insgesamt schwach pfeiffende Schiedsrichter Pascal Müller großen Anteil hatte.

Tor für Münster nicht gegeben

Dennoch kamen beide Team vor der Pause noch zu guten Möglichkeiten. Die Gäste sogar zu einem regulären Treffer, doch das Schiedsrichtergespann war nicht im Bilde und erkannte auf abseits. Glück für die Löwen. Quasi im Gegenzug hätte Janzer eine tolle Vorarbeit von Putaro zum Ausgleich nutzen können. Doch erneut Fehlanzeige. Mit 1:2 gingen die Gäste verdient in die Pause.

Eintrachts Defensive bekam auch nach dem Seitenwechsel keine stabile Ordnung gegen die agil und flüssig operierenden Münsteraner zusammen. Aber die Löwen erspielten sich dennoch eine weitere Großchance. Ein weiter Ball aus der eigenen Hälfte landete beim allein stehenden Bär. Doch statt den Weg zum Tor zu suchen, wurde der Winkel immer ungünstiger, und am Ende musste Gäste-Keeper Schulze-Niehues nicht einmal eingreifen.

In der 57. Minute nutzte Preußen Münster dann eine Standardsituation zum 3:1. Kobylanski zirkelte einen vermeidbaren Freistoß perfekt ins lange, obere Eck. Da machte Fejzic im Tor der Eintracht keine ganz glückliche Figur. Wieder ein Wirkungstreffer. Es war klar, dass André Schubert nun reagieren und mehr wagen musste.

Glückliches Händchen bewiesen

Und er bewies ein glückliches Händchen. In der 64. Minute wechselte er mit Feigenspan für Janzer und den genesenen Burmeister für den etwas überfordert wirkenden Rütten frische Kräfte ein. Zwar dauerte es ein paar Minuten, bis sich die Eintracht neu sortiert hatte, aber dann „klingelte“ es. In perfekter Torjägermanier traf Burmeister zum 2:3 (69.). Jetzt war wieder Feuer im Spiel. Auf dem Rasen und vor allem auch auf den Rängen.

Münster verlagerte sich zunehmend darauf, den Vorsprung über die Runden zu retten. Das taten sie recht clever, weil auch sie sahen, dass es den Braunschweiger Angriffsbemühungen unter dem Strich an Präszision mangelte. André Schubert griff zur letzten Möglichkeit – Julius Düker, der Edeljoker. Bereits zweimal hatte der junge Angreifer den Löwen in letzter Sekunde den „Ar…“ gerettet. Und er schaffte es wieder. Bei einer Ecke von Kijewski sprang er am höchsten und drückte den Ball über die Linie. Was für ein Jubel. Der einzige, der nicht an den Feierlichkeiten teilnahm, war André Schubert. Der wusste, noch war das Spiel nicht abgepfiffen. Laut gestikulierend versuchte er, den Fokus seiner Mannschaft wieder auf das Spiel zu lenken, doch Schiedsrichter Müller machte dem Ganzen dann ein Ende.

Eintracht darf froh sein, am Ende einen Punkte gerettet und nicht zum dritten Mal in der Rückrunde verloren zu haben. Und Preußen Münster freute sich über die gezeigte Leistung. Laut Trainer Antwerpen war es die beste der Saison. 

Spannung im Abstiegskampf

Eintracht hat nun die Möglichkeit, am kommenden Sonntag (5. Mai um 14 Uhr) beim bereits als Absteiger feststehenden VfR Aalen drei Punkte zu holen. Kaum vorstellbar, dass Aalen mit letztem Einsatz zu Werke gehen wird. Was nicht heißen soll, die Partie könnte ein Spaziergang werden. Doch die Wettbewerber stehen vor schwereren Aufgaben. Großaspach muss zum Tabellenzweiten Karlsruhe, die sich noch nicht sicher als Aufsteiger fühlen können. 

Cottbus tritt bei Uerdingen an, die sich mit einem klaren Erfolg gepusht haben, um nicht doch noch in den Abstiegskampf eingreifen zu müssen. Fortuna Köln genießt Heimrecht. Die Jecken erwarten Meppen und dürften selbst bei einem Sieg und gleichzeitiger Niederlage der Eintracht keine Chance haben, an den Niedersachsen in der Tabelle vorbei zu ziehen. Dafür ist das Fortunen-Torverhältnis einfach zu schlecht.

Bleiben noch Lotte und Jena. Beide haben ebenfalls Heimrecht, bekommen es aber mit Wehen und Würzburg zu tun. Da sind Siege keine Selbstverständlichkeit.

Es wird also bis zum Ende der Saison so bleiben, wie es André Schubert skizziert hat – spannend und eng. Mit einem Dreier in Aalen würde das anvisierte Saison Ziel von 45 Punkten allerdings fast schon erreicht sein. Es fehlt dann nur noch ein Punkt. Den großen Show-down im letzten Heimspiel gegen Cottbus wünschen sich die Fans eher nicht. Darüber freut sich wahrscheinlich nur Magenta-Sport.

Stimmen zum Spiel

Pressekonferenz:

Torschütze Felix Burmeister:

Mannschaftskapitän Stephan Fürstner:

Julius Düker:

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