Wolfsburg. Am dritten Spieltag traf der VfL Wolfsburg auf Überraschungstabellenführer FC Augsburg. Vor 4.632 Zuschauern nach Corona-Bestimmungen trennten sich beide Teams torlos.

VfL-Cheftrainer Oliver Glasner musste auf den viruserkrankten Renato Steffen verzichten und besetzte dadurch die rechte Viererkettenposition erneut mit Linksfuß Jerome Roussillon. Neuzugang Ridle Baku vom FSV Mainz 05 musste auf seinen ersten Einsatz im neuen Trikot vorerst noch warten. Joao Victor fehlte mit Adduktorenproblemen. Felix Klaus fiel kurzfristig wegen Kreislaufschwächen aus.

Wiedergutmachung nach Europa-League-Aus

Die Wölfe waren gefordert die ernüchternde Niederlage in Athen (1:2) und das Ausscheiden aus der Europa League vergessen zu machen. Beide Teams starteten mit technisch anspruchsvollen Ballstaffetten. Die Augsburger agierten nach den zwei Auftaktsiegen sehr selbstbewusst. Mit Felix Uduokhai und Daniel Caliguri hatten sie zwei Ex-Wölfe in der Startelf.

Selbstbewusste Gäste

Der FC Augsburg drückte die Grün-Weißen in die Defensive. Mit vier Spielern im Fünfmeterraum spielten sie eine forsche Eckballvariante auf den kurzen Pfosten und zeigten sich gefährlich bei Standardsituationen. Die erste dicke Torchance hatte allerdings der VfL als Paulo Otavio über links durchbrach und im Zentrum Wout Weghorst (6.) fand. Seine Linksabnahme konnte FCA-Keeper Rafael Gikiewicz entschärfen.

Brekalo-Treffer findet keine Anerkennung

Die Gäste blieben immer in Lauerposition und hätten einen Ballverlust von Xaver Schlager in Person von Michael Gregoritsch (11.) fast genutzt. Paulo Otavio beackerte die linke Seite und gefiel als Flankengeber (16.) und Abschlussspieler (18.). Zwingender aber blieben die Gäste, die ohne Druck Florian Niederlechner (20.) vor Koen Casteels freispielten. Der VfL-Torwart glänzte, indem er den FCA-Torjäger nach außen abdrängte und so einen Rückstand verhinderte. Rani Khedira (21.) und Daniel Caliguri (23.) hatten weitere Gelegenheiten. Das Spiel wogte hin und her. Xaver Schlager (24.) wurde geblockt und der Treffer von Josip Brekalo (26.) nach Eingriff des Videoassistenten wieder aberkannt. Wout Weghorst hatte bei der mustergültigen Kombination mit einem Fuß im abseits gestanden. Schade, der trockene Rechtsschuss war blitzsauber und schlug unhaltbar im linken Eck ein.

Danach wich das Tempo. Beide Teams lauerten auf Fehler des Gegners. Xaver Schlager (30.) lieferte einen weiteren, aber die Augsburger konnten die Kontersituation in Überzahl nicht nutzen. Einen Parallelball zur Mittellinie hatten die Gäste im vollen Lauf abfangen. Jerome Roussillon wirkte in vielen Situationen auf der rechten Seite zwar bemüht, aber seine Tempoläufe kommen besser mit Anschlussaktionen seines linken Fußes zur Geltung. So hatte der FC Augsburg keine größeren Mühen das eigene Tor im 4-4-2-Spielsystem zu verteidigen.

Ausgeglichenes Spiel

Nach der Pause hatte der VfL die ersten Torannäherungen. Josip Brekalo (51.) versuchte über Tempodribblings den Abwehrverbund der Gäste unter Druck zu setzen. Eine Flanke von Jerome Roussillon nahm Admir Mehmedi (53.) direkt, aber Rafael Gikiewicz konnte sich erneut auszeichnen. Der FCA reagierte mit einem Dreifachwechsel (57.) und brachte neue Offensivkräfte. Dennoch blieb der VfL das etwas aktivere Team, da sich die Gäste nun auf ihren Defensivverbund konzentrierten und die Räume für den VfL sehr eng gestalteten.

Wölfe finden keine Lösungen

Beide Teams blieben in der Box oder auch in den Flanken von außen zu unpräzise. Wout Weghorst fand Josip Brekalo (67.), dessen Schuss erneut vom FCA-Keeper entschärft werden konnte. Beide Abwehrreihen machten einen souveränen Job mit nur wenigen Fehlern. Einen gravierenden gab es von Raphael Framberger, der direkt für den eingewechselten Yannick Gerhardt (79.) auflegte. Der Schuss verfehlte allerdings das Tor, obwohl kein Gegnerdruck spürbar gewesen sein dürfte. Die eingewechselten Gästestürmer Frederik Jensen und Alfred Finnbogason (82.) sorgten für Entlastung. Zum Ende des Spiels hätte John-Anthony Brooks (86., 90.+4) seine starke Leistung krönen können, aber es sollte nicht sein.

Letztlich entführten die Augsburger mit einer konzentrierten Leistung einen Punkt und ließen die Wölfe mit der Erkenntnis zurück, dass die Spielweise mittlerweile sehr ausrechenbar ist. Im Lager des VfL wird es vor der Länderspielpause sicherlich eine Analyse der bisherigen Remis mit ausscheiden in der Europa League geben.

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