Für Kranke, Sterbende, Angehörige, Trauernde

Wolfenbüttel Hospizverein ist trotz vieler Einschränkungen weiterhin aktiv

Kann der Hospizverein in diesen Zeiten tätig sein? Wie können wir Begleitung realisieren, wenn wir die Menschen nicht besuchen dürfen? Diese Fragen stellt sich der Vorstand des Hospizvereins Wolfenbüttel. Es ist ja gerade das Besondere der ambulanten Hospizarbeit, dass die Ehrenamtlichen zu den Menschen gehen, dorthin, wo sie zu Hause sind oder wo sie jetzt leben: in der Senioreneinrichtung, im Krankenhaus, im stationären Hospiz. Hospizliche Begleitung hat viele Facetten. Im Kern geht es jedoch immer darum, da zu sein. Im Internet formuliert der Verein es so: „Wir schenken Zeit und sind für Sie da – im Leben und im Sterben und auch in der Zeit des Trauerns.“

Die persönliche Begegnung von Mensch zu Mensch ist zweifellos die schönste. Wenn die jetzt aber für eine gewisse Zeit nicht möglich ist, gibt es doch Alternativen. „Ich telefoniere zurzeit täglich mehrmals mit den drei von mir begleiteten Familien – auch mit alleinstehenden Freunden“, so Vorstandsmitglied Dagmar Ammon. Andere Hospizbegleiterinnen und -begleiter kommunizieren über WhatsApp oder Mail, schreiben eine schöne Karte oder gar einen Brief. „Die kranken Menschen sollen wissen, dass wir weiter für sie da sind, an sie denken, verlässlich und regelmäßig, wie sie es gewohnt sind“, so berichtet Ulrike Jürgens über die augenblickliche Praxis.

Vor einer besonderen Situation stehen auch die Sterbebegleiterinnen und Sterbebegleiter im Hinblick auf die An- und Zugehörigen von sterbenskranken Menschen. Sie leiden jetzt zusätzlich unter den eingeschränkten Besuchsregelungen in den Einrichtungen. Da ist der Mann, der seine kranke Frau zu Hause gepflegt hat und jetzt im Krankenhaus oder im Hospiz an ihrer Seite sein möchte, die Tochter, die ihre Mutter oder ihren Vater in der Senioreneinrichtung nicht besuchen darf. Die Ehrenamtlichen suchen gemeinsam mit den besorgten Angehörigen nach Möglichkeiten, wie sie mit ihren Lieben in Kontakt treten können: über ein Foto mit einem persönlichen Gruß, über eine Sprachnachricht, eine Videobotschaft…

„Wir Trauerbegleiter und Trauerbegleiterinnen sind jetzt besonders gefordert“, beschreibt Edelgard Blume die Situation. Spontan hat sie sich entschlossen, eine Telefonsprechstunde anzubieten. Wer jetzt mit dem Tod eines nahestehenden Menschen konfrontiert wird, braucht jemanden, der ihm zuhört – noch mehr als in „normalen“ Zeiten. Die Regelungen zur Reduzierung von persönlichen Kontakten stehen einem Gespräch, einer Umarmung, der Trauergemeinschaft bei der Bestattung entgegen. Telefonate können das alles nicht ersetzen, vermitteln aber in der Einsamkeit der Trauer die Wahrnehmung von menschlicher Nähe.

„Unser Büro ist zwar geschlossen, aber wir sind offen für Ihren Anruf oder Ihre Mail.“ Damit ermuntert Eva Reuleke, eine der Koordinatorinnen, zur Kontaktaufnahme. „Vorübergehend sind wir jeden Tag in der Zeit von 9 bis 19 Uhr telefonisch erreichbar, auch am Wochenende.“ Kontakt über: Telefon 05331 9004146 oder info@hospizverein-wf.de. Auf der Startseite im Internet (www.hospizverein-wf.de) informiert der Verein über die aktuellen Ansätze für die Begleitung von Menschen in schwieriger Zeit.

 

Ulrike Jürgens

 

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