Bremen. Am 26. Spieltag der Fußball-Bundesliga gewann der VfL Wolfsburg im Nordderby mit 2:1 (2:1) bei Werder Bremen und nimmt deutlich Kurs auf die Champions League. Nach einem Eigentor von Josuha Sargent (8.) traf VfL-Torjäger Wout Weghorst (42.) und ebnete seinem Team den Weg zu einem wichtigen Auswärtssieg.

Das VfL-Trainerteam um Oliver Glasner nahm zwei Veränderungen im Vergleich zum souveränen Sieg gegen den FC Schalke 04 vor. Für den verletzten Marin Pongracic (Muskelfaserriss) rückte der letzte Woche gelbgesperrte Maxence Lacroix wieder in die Innenverteidigung neben John-Anthony Brooks . Xaver Schlager bekam nach Gelbsperre auch wieder den Vorzug vor VfL-Kapitän Josuha Guilavogui, der auf der Ersatzbank Platz nehmen musste.

Wölfe Favorit an der Weser

Nach dem spektakulären 5:3-Hinspielerfolg in der VW-Arena haben beide Teams ihre Defensive stabilisiert. Werder Bremen hat sich mittlerweile ein kleines Polster auf die Abstiegsränge erarbeitet, sieht sich aber noch nicht in der Position sich angesichts der schwierigen letzten Saison in Sicherheit zu wiegen. Der VfL hingegen als drittbestes Team der Rückrunde reiste mit der zielgerichteten Vorstellung an, weitere wichtige Punkte zum Erreichen der direkten Champions League-Platzierung einzufahren.

Start nach Maß

Die Werderaner konzentrierten sich wie in den letzten Spielen vorrangig auf die Defensive und überließen den Wölfen höhere Spielanteile. Ein Tor in der ersten Halbzeit gab es für Werder Bremen seit acht Spielen nicht mehr. Die Wölfe nahmen die Favoritenrolle an und kontrollierten das Spielgeschehen. Eine der ersten Standardsituationen brachte gleich den Führungstreffer für die Wölfe, die heute in ihrem dunklen Auswärtsdress antraten. Ein Freistoss aus dem rechten Halbfeld von „Max“ Arnold traf Maxence Lacroix (8.) per Kopf zwar nicht richtig, aber so gut, dass Joshua Sargent den Ball unglücklich ins eigene Tor abfälschte. Der Treffer spielte den Wölfen natürlich in die Karten, da sie mittlerweile spielgestaltend, aber natürlich auch per Umschaltspiel zum Erfolg kommen.

Pressingverhalten der Wölfe funktioniert

Der Spielaufbau der Gastgeber konnte vom VfL oft im Keim erstickt werden. Spätestens an der Mittellinie liefen die Wölfe die Räume zu und führten intensive Zweikämpfe, um die Bälle in Überzahl zu erobern. Weitere Chancen von Maximilian Arnold (19.) und Wout Weghorst (29.) blieben ungenutzt. Die Wölfe glänzten mit einer guten Freistossvariante (34.), die Werder Keeper Jiri Pavlenka entschärfen konnte. Auf der Gegenseite hatte Koen Casteels im Wolfsburger Tor weit weniger Beschäftigung. Das lag vor allem am gut organisierten und ständigen Gegenpressing der Wölfe. So entstand dann auch der zweite Treffer. Xaver Schlager eroberte den Ball per Pressschlag, der etwas glücklich direkt bei VfL-Torjäger Wout Weghorst (42.) landete, der sich die Chance auf seinen 17. Saisontreffer nicht nehmen ließ.

Werder verkürzt vor der Pause

Der zuvor am Ballverlust beteiligte Kevin Möhwald (45.) stand kurz vor der Pause nach einem Freistoss von Ludwig Augustinsson günstig im Wolfsburger Strafraum, so dass der psychologisch wichtige Anschlusstreffer direkt fiel. Darüber war VfL-Cheftrainer Oliver Glasner sichtlich unzufrieden. Er hatte offensichtlich zuvor ein Foulspiel gesehen. Die Wölfe hatten sich als das klar spielstärkere Team präsentiert.

VfL-Drangphase ohne Tor

Logisch dass der VfL schnell die Entscheidung in der zweiten Halbzeit erzwingen wollte. Sie scharrten schon mit den Hufen, während Werder die Halbzeitpause ungewöhnlich lange nutzte. Werder-Innenverteidiger Ömer Toprak klärte in letzter Not noch vor Wout Weghorst (49.), der nach einer Flanke von Yannick Gerhardt zur Stelle gewesen wäre. Die Drangphase der Wölfe brachte nicht das gewünschte dritte Tor. Werder verteidigte mit Glück und Geschick, ohne selbst für Entlastung sorgen zu können. Weitere Chancen der Wolfsburger folgten. Es war eine Frage der Zeit. Wout Weghorst und Kevin Mbabu (62.) scheiterten in einer Doppelaktion an Jiri Pavlenka. Werder schaffte es, den Spielausgang offen zu halten.

Werder-Schlussoffensive verpufft

Die eingewechselten Leonardo Bittencourt und Niklas Füllkrug (77.) tauchten erstmals gefährlich im Wolfsburger Strafraum auf. Die Gastgeber riskierten zum Ende des Spiels mehr, um doch noch was Zählbares mitzunehmen. Werder-Coach Florian Kohlfeldt brachte mit Davie Selke und Yuya Osako weitere Stürmer in das Spiel. Davie Selke (90.+4) hatte die letzte Chance. Werder konnte mit der Schlussoffensive keine wesentlichen Akzente mehr sichern und mussten eine verdiente Heimniederlage akzeptieren.

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