Wolfsburg. Am Dienstagabend treffen die Wölfe um 20.30 Uhr in der VW-Arena auf den VFB Stuttgart. Als Tabellenachter können die Grün-Weißen mit breiter Brust in das Spiel gegen den Tabellenfünfzehnten gehen. Beide Teams waren am vergangenen Wochenende erfolgreich. Die Wölfe siegten mit 2:0 in Nürnberg und der VfB Stuttgart gewann mit 2:1 gegen Hertha BSC Berlin.

Unter dem neuen VfB-Trainer Markus Weinzierl schienen die Mechanismen beim VfB Stuttgart nicht gleich zu greifen und auch Ex-Wölfe Stoßstürmer Mario Gomez blieb mangels Zuspielen ohne Treffer. Doch der Bann konnte gegen die Berliner gebrochen werden. Gomez traf doppelt und profitierte dabei auch von einer Flanke des ehemaligen Wölfe-Spielers und heutigem VfB-Kapitän Christian Gentner.

Der wichtige Sieg des VfB Stuttgart im Tabellenkeller wurde jäh getrübt, durch den plötzlichen Tod des Vaters von Christian Gentner. Er war im Stadionbereich zusammengebrochen und konnte trotz Reanimationsversuchen nicht mehr gerettet werden. Keine Interviews – keine Rede mehr über Fußball. Die Schatten dieses Ereignisses werden auch über dem Spiel der Wölfe gegen den VFB liegen. Das Mitwirken von Christian Gentner schien fraglich.

„In einer solch schwierigen Situation handelt jeder Mensch individuell“, wird VfB-Sportvorstand Michael Reschke auf der Klubwebsite zitiert. „Es war für uns von Beginn an klar, dass wir im Hinblick auf die Spiele beim VfL Wolfsburg und gegen Schalke 04 jede Entscheidung von Christian respektiert hätten. Es spricht für seine persönliche Identifikation mit unserem Klub und die außergewöhnliche Beziehung der Familie Gentner zum VfB, dass Christian in beiden Partien spielen wird. Seine Entscheidung verdient tiefen Respekt.“

In Wolfsburg trifft Gentner auf seinen einzigen Ex-Profiklub (2007 bis 2010), dessen Trainer Bruno Labbadia ihn zudem noch aus gemeinsamen Stuttgarter Tagen kennt (2010 bis 2013). „Klar, das bewegt einen selbst. Das Mitgefühl gilt der gesamten Familie“, sagte Labbadia am Montag zu Gentners Schicksalsschlag. „Er war auch mal ein Spieler von mir. Ich schätze ihn sehr.“ Einfluss auf das Spiel soll der tragische Vorfall nicht haben. „Wir und auch der VfB müssen das trennen“, so der VfL-Coach. „Das ist aber natürlich nicht immer so einfach.“

Rundschau-Tipp

Die Wölfe bleiben weiter auf der Erfolgsspur und gewinnen mit 2:1. Beide Torjäger treffen, aber der ehemalige VFBer Daniel Ginczek schießt den Siegtreffer.