Sinsheim. Am 24. Spieltag der Fußball-Bundesliga verlor der VfL Wolfsburg bei der TSG 1899 Hoffenheim mit 1:2 (1:2). Der zwischenzeitliche Ausgleichstreffer von Wout Weghorst (23.) reichte nicht zum Punktgewinn. Durch die vergangene Siegesserie verbleiben die Wölfe trotz der dritten Saisonniederlage auf dem dritten Tabellenrang.

Das VfL-Trainerteam um Cheftrainer Oliver Glasner nahm in der Startelf im Vergleich zum Pokal-Aus in Leipzig keine Veränderungen vor. War es vorher immer nachvollziehbar, überraschte diese Anti-Rotation nach dem schweren Pokalspiel in Leipzig.

Fokussierung auf die Bundesliga

Als führendes Team in der Bundesliga-Rückrundentabelle mit beeindruckenden 16 Punkten aus sechs Ligaspielen bei einem Torverhältnis von 11:0 war die Enttäuschung beim VfL über die Niederlage im Viertelfinale des DFB-Pokals bei Rasenballsport Leipzig natürlich groß. Seit langer Zeit musste Wölfe-Keeper Koen Casteels mal wieder hinter sich greifen und auch VfL-Torjäger Wout Weghorst ließ bei seinem Ausrutscher eine Riesenchance ungenutzt. Davon wollte aber Coach Oliver Glasner schon kurz nach dem Spiel nichts mehr hören. Er bescheinigte seinem Team erneut eine sehr couragierte Leistung und bedauerte, dass die durchaus vorhandenen Chancen vergeben wurden. Er ließ aber auch keinen Zweifel daran aufkommen, dass in Zukunft mit der gleichen Aufgabenverteilung weitergearbeitet wird. Das heißt die Fokussierung liegt auf dem nächsten Gegner in der Bundesliga. Mit aller Konzentration wird auch in Zukunft versucht, das Maximale -sprich Champions League- zu erreichen.

Baumgartner überwindet Casteels

Die TSG war zu Beginn um Spielkontrolle bemüht, während sich der VfL erst einmal auf eine stabile Defensive konzentrierte. Doch die gegentorlose Zeit der Wölfe endete jäh in der achten Spielminute. Nach 675 Spielminuten war Koen Casteels auch in der Bundesliga mal wieder bezwungen wurden. Der tschechische Nationalspieler Pavel Kaderabek bediente über die rechte Seite Christoph Baumgartner, der technisch anspruchsvoll im Strafraum volley nach einer Brustannahme verwandelte.

Wölfe schalten einen Gang hoch

Die Wölfe waren sichtbar um eine Reaktion bemüht. Die TSG blieb präsent im Spiel, so dass Sebastian Rudy (17.) gleich wieder Koen Casteels testete. Xaver Schlager arbeitete gewohnt viel im Wolfsburger Mittelfeld. Sein Warnschuss (22.) blieb noch ungefährlich. Die Vorarbeit für Wout Weghorst (23.) indes war als messerscharf zu beschreiben. Der Pass erreichte den VfL-Torjäger perfekt, so dass er frei vor TSG-Torsteher Oliver Baumann eiskalt verwandeln durfte. Die Hoffenheimer sind eine Art Lieblingsgegner, denn in den letzten Spielen hatte Wout Weghorst zuverlässig gegen die Kraichgauer getroffen. Die Wölfe setzten nach und hatten weitere Torchancen durch Maximilian Arnold (29., 32.) und Wout Weghorst (30.).

Rückstand zur Pause

Insgesamt wirkte aber vor allem das Spiel über die Außenpositionen beim VfL nicht so dominant wie in den vorherigen Spielen. Besonders Pavel Kaderabek bereitete den Wölfen Schwierigkeiten. Aber auch der Spielaufbau über Paulo Otavio und Kevin Mbabu stockte. Beide Teams neutralisierten sich, aber kurz vor der Pause trafen die Gastgeber erneut. Ihlas Bebou verpasste die Flanke von Pavel Kaderabek, aber der hinter ihm stehende TSG-Torjäger Andrej Kramaric (41.) traf zur erneuten Führung. Das hatte sich nicht unbedingt angedeutet, war aber ein weiterer erheblicher Rückschlag für die Wölfe.

Frühe Offensiv-Wechsel beim VfL

Oliver Glasner reagierte für ihn ungewohnt direkt in der Halbzeitpause und brachte mit Admir Mehmedi und Joao Victor zwei frische Offensivkräfte. Die Wölfe gingen ins Risiko, während sich die Gastgeber auf Konter verlegten. Maximilian Arnold (47.) testete TSG-Keeper Oliver Baumann, aber der für den Nachschuss bereitstehende Admir Mehmedi stand im Abseits. Wout Weghorst (53., 61.) scheiterte aus vielversprechenden Positionen. Der Ausgleich lag in der Luft. Die TSG antwortete mit einem sehenswerten Seitfallzieher von Christoph Baumgartner (56.). Die Nadelstiche der Gastgeber brachten die notwendige Entlastung. Einen verheißungsvollen Freistoss an der Strafraumkante konnte Andrej Kramaric (67.) nicht auf das VfL-Tor bringen. Das Spiel wurde härter.

Lacroix, Schlager, Otavio alle nächste Woche gesperrt

Maxence Lacroix und Xaver Schlager kassierten ihre fünften gelben Karten. Der Ballbesitzanteil der Wölfe stieg auf über 75 Prozent. Die Kraichgauer versuchten das Ergebnis über die Zeit zu retten. Auf der VfL-Trainerbank wuchs die Unzufriedenheit. Sportdirektor Marcel Schäfer bekam einen Platzverweis und auch Trainer Oliver Glasner wurde verwarnt. Daniel Ginczek und Bartosz Bialek sollten als weitere Offensivkräfte das Spiel umbiegen. Es drohte die dritte Saisonniederlage. Joao Victor (87.) forderte TSG-Torsteher Oliver Baumann. John-Anthony Brooks` (90.+4) Kopfball wurde zur Ecke abgefälscht. Die Wölfe gingen „All-In“, so dass Koen Casteels mit in den gegnerischen Strafraum kam. Der Ausgleich sollte nicht mehr fallen, dafür handelte sich Paulo Otavio (90.+5) beim Konter noch die rote Karte ein als er Munas Dabbur nur per Notbremse stoppen konnte.

Im nächsten Heimspiel gegen den FC Schalke 04 muss Oliver Glasner gleich mehrere Spieler aufgrund von Spielsperren ersetzen.

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