Wolfsburg. Der VfL hat am siebten Spieltag der Fußball-Bundesliga die TSG 1899 Hoffenheim mit 2:1 (2:0) bezwungen. Die frühen Tore von Renato Steffen (5.) und Wout Weghorst (26.) reichten zum Sieg. In der Schlussphase wurde es dramatisch, weil zuerst Wout Weghorst (84.) einen Foulelfmeter vergab, der zwischenzeitliche Anschlusstreffer durch Adamyan (87.) fiel und die TSG mit einem Handelfmeter (90.+4) an Koen Casteels scheiterte.

VfL-Cheftrainer Oliver Glasner hatte unter der Woche seinem Frust freien Lauf gelassen und davon gesprochen, dass die Transferziele verfehlt worden seien. Er hätte gerne noch einen schnellen Außenstürmer mit entsprechendem „Tiefgang“ in seinem Kader begrüßt. Das sahen die Transferverantwortlichen um Geschäftsführer Jörg Schmadtke freilich ganz anders, so dass es zu einem medialen Schlagabtausch kam. Es wird offenkundig eine gereizte Stimmung erzeugt, die entweder den bestehenden Kader zu mehr Offensivgeist antreiben soll oder tiefe Meinungsverschiedenheiten der sportlich Verantwortlichen offenbart.

Maximilian Arnold rückte nach seiner zweiten Vaterschaft wieder in die Startelf und verdrängte Yannick Gerhardt auf die Bank. Neuzugang Maximilian Philipp blieb zusammen mit Renato Steffen und Josip Brekalo in der offensiven Anfangsformation.

Wölfe hellwach – Renato Steffen trifft früh

Die Wölfe zeigten sich gleich hellwach und begannen das Spiel mit hohem Tempo über die Außenpositionen. Maximilian Arnold schickte Jerome Roussillon (3.), der mannschaftsdienlich Josip Brekalo sah, aber auch hätte selber abschließen können. Der Schuss von Josip Brekalo konnte Kevin Vogt kurz vor der Torlinie noch abblocken. In der nächsten Szene nach dem Hoffenheimer Gegenangriff ging es wieder schnell. Josip Brekalo setzte Maximilian Philipp über links in Szene, der auf Renato Steffen (5.) ablegte, dessen Linksschuss schlug im langen Eck der Gäste ein. Die Überprüfung des Treffers dauerte lange, aber er zählte.

Erfolg durch Tiefgang

Es schien als hätten die Wölfe genau diese scharfen, vertikalen Bälle trainiert. Der von Oliver Glasner geforderte Tiefgang wurde von seinen Akteuren geliefert. Die TSG konnte in der Anfangsphase keinen Druck aufbauen. Immer wieder mussten sie wachsam die Wolfsburger Schnellangriffe abwehren. In der 26. Minute wieder ein starker Pass in die Tiefe. Diesmal von Xaver Schlager auf Renato Steffen, der erst an TSG-Torwart Oliver Baumann scheiterte. Doch die Gäste bekamen die Situation nicht geklärt. Der Ball landete bei Wout Weghorst, dann wieder bei Renato Steffen, der die Übersicht behielt und seinem Torjäger erneut auflegte, so dass dieser sicher verwandeln konnte. Die TSG, unter der Woche noch Europa-League-Teilnehmer, war kalt erwischt.

Wölfe ziehen sich zurück

Die Wölfe konzentrierten sich fortan auf ihre Defensivarbeit und schnelle Umschaltbewegungen, so dass die Gäste mehr Spielanteile bekamen. Dennoch blieben die Gastgeber durch Maximilian Arnold (31.) gefährlich. Dieser ging erneut auch keinem Zweikampf aus dem Wege und musste die Partie nach einem Zusammenprall mit einem Turban fortsetzen. Die Gäste kamen zu ersten Torchancen durch Ishak Belofodil (40., 45.) und Christoph Baumgartner (45.+3). Der Sieg der Grün-Weißen war noch nicht unter Dach und Fach.

Bis zur ersten Phase der Spielerwechsel passierte nicht so viel, außer dass sich das Spielgeschehen immer mehr in die Wolfsburger Hälfte verlagerte. In der 64. Minute hatte Renato Steffen Glück, dass sein individueller Fehler von Koen Casteels gegen Christoph Baumgartner noch ausgebügelt werden konnte.

Wout Weghorst vergibt Entscheidung

VFL-Keeper Koen Casteels rückte immer mehr in den Blickpunkt. Munas Dabbur (74.) prüfte den Wolfsburger Torsteher, der gerade noch zur Ecke abwehren konnte. Die Entscheidung hätte nach einem Ballgewinn von Wout Weghorst fallen können. Doch der VfL-Torjäger scheiterte erst an Oliver Baumann und vergab auch den Foulelfmeter (84.), den Xaver Schlager nach Foul von Kevin Vogt beim Nachsetzen zugesprochen bekam.

Dramatik mit Happy End

Der eingewechselte Sargis Adamyan brachte den Gästen zusätzliche Offensivpower. Erst scheiterte er noch am überragenden Koen Casteels (86.), doch nach einem Stellungsfehler von John-Anthony Brooks (87.) war er zur Stelle und markierte den Anschlusstreffer. Erneut Christoph Baumgartner (89.) und Munas Dabbur (90.+2) sorgten für weitere aussichtsreiche Chancen. Die folgende Ecke brachte der TSG einen Handelfmeter, weil Maximilian Arnold mit unnatürlicher Armbewegung berührte. Doch Koen Casteels packte entschlossen zu und entschärfte zur großen Freude seiner Teamkameraden den Elfmeter von Munas Dabbur (90.+4). Nach einer weiteren Ecke war der zweite Saisonsieg der Grün-Weißen perfekt. Letztlich etwas glücklich, aber durchaus verdient. Die Wölfe hatten spielerisch zugelegt und bleiben weiter unbesiegt!

 

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