Wolfsburg. Am 25. Spieltag trennten sich der VfL Wolfsburg und Rasenballsport Leipzig vor 27.195 Zuschauern leistungsgerecht mit 0:0. In einem sehr taktisch geprägten Spiel entwickelten sich auf einem technisch hohen Niveau selten spielerische Vorteile für ein Team. Die wenigen Torchancen konnten die guten Abwehrreihen entschärfen. Damit bleiben die Wölfe weiterhin in Lauerstellung auf den sechsten Tabellenrang.

VfL – Cheftrainer Oliver Glasner musste in seinen Überlegungen unter der Woche auf Rechtsverteidiger Kevin Mbabu (muskuläre Probleme) verzichten. Für ihn setzte er zum wiederholten Male auf den vielseitig einsetzbaren und in guter Form befindlichen Renato Steffen als offensive Variante aus der Viererkette heraus. Damit bleibt das VfL-Trainerteam seiner mutigen und nach vorn denkenden Philosophie auch gegen das stärkste Umschaltteam der Liga treu. Nach seiner Rotsperre kehrte Marin Pongracic in den VfL-Kader zurück, musste aber trotz Schnelligkeitsvorteilen gegenüber seinen Kollegen Robin Knoche und John-Anthony Brooks vorerst auf der Bank Platz nehmen.

Timo Werner nur auf der Bank

Mit Rasenballsport Leipzig stellte sich nicht nur das Team mit dem rasantestesten Umschaltspiel vor, sondern auch die Mannschaft mit den wenigsten Gegentoren in der Bundesliga. Überraschend nahm Top-Torschütze Timo Werner (bereits 21 Saisontore) zu Beginn der Partie auf der Ersatzbank Platz.

Konzentration der Wölfe auf Umschaltspiel

Die Wölfe überließen den Gästen aus Leipzig die Spielinitiative und setzten ihrerseits auf ein schnelles Umschaltspiel. Daraus resultierten die ersten Chancen durch Admir Mehmedi (5.) und Paulo Otavio (7.). Top-Torjäger Wout Weghorst (6.) eignete sich mangels Tempo nicht für diese Spielanlage. Mit einem Traumpass von Josip Brekalo wurde er von der Mittellinie in Szene gesetzt, hatte aber kein Vertrauen in seine Geschwindigkeit und brach den freien Weg zum gegnerischen Tor ab.

Wer macht den ersten Fehler?

Im weiteren Verlauf lauerten beide Teams auf die perfekte Balleroberung, die den Gegner möglichst in den Vorwärtsbewegung erwischen sollte. Koen Casteels (14.) musste mit beiden Fäusten vorweg per Hechtsprung nach einem Chipball von Marcel Sabitzer retten. Emil Forsberg (11.), der weitestgehend blass blieb, versuchte die VfL-Abwehr im Zusammenspiel mit Christopher Nkunku zu überwinden. Auf der Gegenseite machte immer wieder Paulo Otavio (13.) über die linke Seite Druck. Der Schuss von Josip Brekalo (19.) konnte von den Rasenballsportlern noch geblockt werden. Die Gäste mit erhöhtem Ballbesitz drückten die Wölfe teilweise tief in die Abwehr, ohne aber klare Torchancen zu erspielen. Paulo Otavio (30.) rettete vor dem anvisierten Diagonalschuss von Nkunku.

Angelino vergibt leichtfertig

Die Leipziger hatten die Spielkontrolle und verspielten die Führung (36.) in Person von Linksverteidiger Angelino leichtfertig. Nach einer Balleroberung von Dayot Upamecano ging es schnell über Patrik Schick, doch der Leipziger Neuzugang zögerte zum Unwillen von RB-Trainer Julian Nagelsmann zu lange. Auf der Gegenseite rettete er dafür auf der Torlinie, nachdem Admir Mehmedi und Renato Steffen (39.) das Leipziger Tor unter Beschuss genommen hatten. Nach einem Foul von Konrad Laimer nahm RB-Trainer Nagelsmann Fahrt auf und argumentierte mit dem vierten Offiziellen. Scheinbar machte er sich etwas Luft, da sich sein Team nicht entschlossen genug präsentierte.

Wenig Chancen im letzten Drittel

Nach der Pause das gleiche Bild. Beide Teams ließen nicht viele zu bespielende Räume frei. Emil Forsberg (46.) im Doppelpass mit Christopher Nkunku fehlte eine Fußspitze zum Erfolg. Aber die Leipziger Offensivbemühungen blieben in Person von Yussuf Poulsen und Emil Forsberg zu ungenau.

Xaver Schlager verpasst „Lucky Punch“

Mit Timo Werner und Dani Olmo brachten die Gäste positionsgleich neue Stürmer, um das Spiel in der endphase zu entscheiden. Auch die Grün-Weißen wechselten, doch Joao Victor (64.) konnte seinen ersten Kontakt nicht zielführend verarbeiten. Es blieb bei Fernschüssen durch Marcel Sabitzer (61.) oder Wout Weghorst (67.). Die Kontrahenten ließen wenig freie Räume zu und hielten sich an ihre taktische Marschroute der Torsicherung. Kurz vor Schluss hatte Xaver Schlager (89.) die Entscheidung auf dem Fuß. Sein ungestörter Diagonalschuss verfehlte das Leipziger Gehäuse allerdings deutlich.

So blieb es beim leistungsgerechten Remis. Die Leipziger entfernen sich damit weiter von den Münchener Bayern. Die Wölfe hoffen weiter auf die internationalen Plätze.

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