Wolfsburg. Vor 20.602 Zuschauern trennten sich die Grün-Weißen leistungsgerecht mit 2:2 (2:1) von der TSG 1899 Hoffenheim. Nach einem Eigentor von Ermin Bicakcic (28.) und einem Treffer von Daniel Ginczek (31.) hatten die Wölfe das Spiel nach einem frühen Gegentor von Ishak Belfodil (4.) gedreht. Doch Andrej Kramaric (71.) konnte nach einer umstrittenen Situation noch ausgleichen.

Drei Veränderungen in der Startelf

VfL-Cheftrainer Bruno Labbadia musste neben den Veränderungen in der Viererkette auch noch kurzfristig Youngster Elvis Rexhbecaj ersetzen. Der wurde von keinem geringeren als VfL-Kapitän Josuha Guilavogui vertreten, der erstmalig wieder nach seiner konservativen Kreuzband-Behandlung in der Startelf stand.

VfL mit guten Offensivaktionen, TSG mit Konter

Die TSG überließ dem VfL die Initiative und stand dicht gestaffelt an der Mittellinie im Abwehrverbund. Eine erste gefährliche Flanke von Jerome Roussillon (2.) fand keinen Abnehmer. Schon in der vierten Minute ging der Matchplan der Gäste auf. Der Ball in den Rücken der Abwehr von Maximilian Arnold fand keinen Mitspieler, sondern leitete über Andrej Kramaric den Hoffenheimer Konter ein. Er verzögerte und sah am langen Pfosten Ishak Belofodil, der sicher mit der Innenseite zur frühen Führung der Gäste eindrückte (4.). Die Wölfe hatten bei dieser Aktion die defensive Absicherung vermissen lassen. TSG-Stürmer Kramaric setzte nach und suchte immer wieder das Duell mit Paul Verhaegh, der in dieser Saison erstmalig in der VfL-Startelf stand.

Wölfe zeigen gute Reaktion

Die Wölfe fingen sich nach dem Rückstand schnell, da die TSG ihre Taktik beibehielt. Eine weitere Flanke von Roussillon nahm Maximilian Arnold direkt ab (8.). Mit etwas mehr Wucht und Präzision hätte TSG-Torwart Oliver Baumann keine Chance gehabt. Die Wölfe waren weiter im Vorwärtsgang gegen eine sehr defensiv im 4-1-4-1-System stehende TSG. Im Sturmzentrum fanden die Flanken von Maximilian Arnold (10.) und Yannick Gerhardt (16.) keinen Abnehmer. Daniel Ginczek im Eins gegen Eins verlor sein Tempo (18.). Nach einem möglichen Handspiel trat eine kurze Unterbrechung ein. Doch der Videobeweis sprach dem VfL kein Elfmeter zu. Nach einem Fehler von Felix Uduokhai, der den gelbgesperrten John-Anthony Brooks ordentlich vertrat, hätte Joelinton (23.) erhöhen können. Doch zu diesem Zeitpunkt wäre es nicht verdient gewesen.

Doppelschlag des VfL

Denn der VfL erhöhte weiter die Schlagzahl. Eine mutige Flanke von Admir Mehmedi (24.) strich unberührt durch die Zielzone. Doch dann der Doppelschlag des VfL! Yannick Gerhardt leitete auf Daniel Ginczek weiter, dessen Flanke spektakulär von Ermin Bicakcic im eigenen Tor untergebracht wurde (28.). Unglücklich für die TSG, aber Wout Weghorst war auch in Abschlussposition. Die Führung fiel verdient nach einer ausgezeichneten Vorarbeit von Admir Mehmedi, der drei Spieler auf sich zog und dennoch den Ball in den freien Raum zu Daniel Ginczek (31.)durchsteckte. Dessen Schuss fand abgefälscht von Unglücksrabe Ermin Bicakcic den Weg ins Hoffenheimer Tor. Der VfL hatte das Spiel gedreht. Die Wölfe glänzten weiter durch mutiges Pressing mit bis zu sechs Spielern in der gegnerischen Hälfte. Mit der Führung ging es in die Pause.

Hoffenheim stellt um, Spiel dreht sich

TSG-Cheftrainer Julian Nagelsmann stellte taktisch um und brachte für den Zwischenraumspieler Kevin Vogt mit Adam Szalai einen Stürmer. Der aktive Andrej Kramaric (49.) gab einen ersten Warnschuss ab. Das Bild änderte sich komplett. Plötzlich war es die TSG, die die Wölfe in die eigene Hälfte drückte. Bei einem Konter verpasste Yannick Gerhardt (62.) die Vorentscheidung. Einen Kopfball von Ishak Belfodil (70.) konnte VfL-Keeper Koen Casteels noch entschärfen. In der nächsten Aktion wähnten die Zuschauer den Ball schon im Seitenaus als Pavel Kaderabek den Ball auf Andrej Kramaric verlängerte (71.). Dieser brachte den Ball im VfL-Tor unter und war auch nach Videobeweis nicht im Abseits. Die TSG drängte weiter, ließ aber ebenso wie der VfL in seinen Kontersituationen die letzte Konsequenz vermissen. So blieb es beim leistungsgerechten Remis, das zwei sehr unterschiedliche Halbzeiten gesehen hatte.

Zahlen und Fakten zum Spiel

VfL Wolfsburg: Casteels – Verhaegh, Knoche, Uduokhai, Roussillon – Guilavogui – Gerhardt, Arnold – Mehmedi (65. Brekalo) – Ginczek (85. Steffen), Weghorst

TSG 1899 Hoffenheim: Baumann – Kaderabek, Bicakcic, Hübner, Schulz – Vogt (46. Szalai) – Zuber (59. Nelson), Demirbay (43. Grillitsch) –  Kramaric, Joelinton, Belfodil

Gelbe Karten: Uduokhai / Grillitsch, Belfodil

Tore: 0:1 Belfodil (4.), 1:1 Bicakcic (ET/ 28.), 2:1 Ginczek (31.), 2:2 Kramaric (71.)

Zuschauer: 20.602 am Samstagnachmittag in der Volkswagen Arena

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)