Wolfsburg. Im Spitzenspiel des 16. Spieltages der Fußball-Bundesliga trennten sich der VfL Wolfsburg und die Rasenballsportler aus Leipzig mit 2:2 (2:1). Nach dem frühen Rückstand durch Nordi Mukiele (4.) trafen Wout Weghorst (22.) und Renato Steffen (35.) zur Pausenführung. Willi Orban (54.) nutzte per Abstauber eine unübersichtliche Situation zum insgesamt leistungsgerechten Remis.

VfL-Cheftrainer Oliver Glasner musste auf seinen „Aggressiv Leader“ Maximilian Arnold nach seiner Roten Karte gegen Borussia Dortmund verzichten. VfL-Kapitän Josuha Guilavogui rückte dafür auf seine angestammte Position ins Team. Zudem entschied sich das VfL-Trainerteam für die Besetzung Kevin Mbabu und Ridle Baku auf der rechten Seite. Josip Brekalo und Maximilian Philipp warteten auf der Einwechselbank als Offensivvarianten. Für den noch von seiner Covid19-Infektion geschwächten Marin Pongracic verteidigte Maxence Lacroix, der zuvor ebenfalls coronabedingt gefehlt hatte.

Die Leipziger hatten die Möglichkeit mit einem Sieg die Tabellenspitze vor den Bayern aus München zu erobern, die erst am Sonntag gegen den SC Freiburg gefordert sind.

Frühes Tor für RB Leipzig

Das Spiel startete vielversprechend und schon mit der ersten gefährlichen Aktion gingen die Gäste aus Sachsen in Führung. Die Leipziger hatten die erste Pressinglinie der Wölfe überspielt. So konnte Amadou Haidara auf Emil Forsberg passen, der den von rechts einlaufenden Nordi Mukiele (4.) sah. Der hatte keine Probleme aus kurzer Distanz Wölfe-Keeper Koen Casteels zu überwinden. Die Wölfe waren bestrebt sofort auf den Rückstand zu reagieren. Wenig später zappelte der Ball nach technisch feinem Lupfer von Wout Weghorst (6.) auch im Netz der Gäste. Der Treffer wurde allerdings bestätigt vom Videoschiedsrichter aufgrund eines vorangegangenen Handspiels aberkannt.

Wout Weghorst im zweiten Versuch zum Ausgleich

Die Wölfe erhöhten weiter den Druck auf die Leipziger und waren zunehmend erfolgreich in der Balleroberung. Die Leipziger verlegten sich auf die Defensive. Sie hatten in dieser Phase Probleme mit dem gut organisierten Gegenpressing der Grün-Weißen. Von daher kam der Ausgleich nicht überraschend. Die Wölfe hatten sich über die linke Seite gut durchkombiniert, so dass Yannick Gerhardt seinen Torjäger Wout Weghorst (22.) mustergültig einsetzte. Der Flugkopfball war Ausdruck der enormen Leistungssteigerung der Wölfe, die ihren Gegner dominiert hatten. Beide Defensivreihen standen in der Folge stabil. Maxence Lacroix (27.) räumte Haidara entschlossen im letzten Moment ab. Beide Teams versuchten immer wieder über die Balleroberung den Gegner in einem Umschaltprozess zu überwinden.

Pressing wird belohnt

Das gelang den Wölfen zuerst! Ridle Baku und Yannick Gerhardt eroberten den Ball von Marcel Sabitzer. Der Pass von Gerhardt erreichte Renato Steffen (35.), der kurz vor dem Strafraum abdrückte. Der von Willi Orban abgefälschte Ball schlug unhaltbar für RB-Keeper Gulacsi im rechten Eck ein. Den Führungstreffer hatten sich die Wölfe durch starkes und mutiges Anlaufverhalten verdient! Aber auch Koen Casteels (38.) war zur Stelle, als es vor dem VfL-Tor brannte. Einen Kopfball von Dayot Upamecano parierte er herausragend. Die Wölfe hatten sich sehr effizient gezeigt.

Kevin Kampl (RB Leipzig), Xaver Schlager (VfL Wolfsburg), Dani Olmo (RB Leipzig) im Mittelfeldduell. Fotos: Susanne Hübner

Vermeidbares Gegentor

Bei den Gästen kam Christopher Nkunku in die Partie. Die Wölfe reagierten mit Härte auf die ersten spielerischen Akzente der Gäste und kassierten zwei Verwarnungen. Ein weiteres Foul der Wölfe brachte die Sachsen in die Position den glücklichen Ausgleichstreffer zu erzielen. Glücklich, weil aus Sicht der Wölfe komplett vermeidbar. Die Innenverteidiger verpassten einen Verlegenheits-Seitfallzieher von Amadou Haidara zu klären, so dass Koen Casteels komplett überrascht nur vor die Füße von Willi Orban (54.) abwehren konnte. Dieser staubte aus kürzester Distanz ab. Nach dem Ausgleich zeigten die Leipziger ein ähnliches Verhaltensmuster wie nach ihrem ersten Treffer. Sie verlegten sich wieder auf ihre Defensive. Nach einer Ecke von Yannick Gerhardt traf John-Anthony Brooks (62.) mit einem Kopfball-Aufsetzer den linken Pfosten.

Beide Teams spielen auf Sieg

Angetrieben von ihrem Trainer Julian Nagelsmann investierten die Leipziger wieder mehr. Dani Olmo (67., 69.) und Angelino (68.) kamen in ihren gefählichen Vorstößen zu guten Torabschlüssen. Die Sachsen war bestrebt, das Spiel komplett umzubiegen. Das ergab auch Kontersituationen für die Wölfe. Paulo Otavio (79.) setzte sich über den linken Flügel durch, fand aber seinen Torjäger Wout Weghorst nicht. RB Leipzig hatte im zweiten Durchgang insgesamt mehr vom Spiel. Erst Amadou Haidara (82.) mit einer guten Chance, dann verpasste Angelino (84.) aus spitzem Winkel das Anspiel auf den besser postierten Patrick Kluivert. Die Wölfe verdienten sich mit Nadelstichen in den Schlussminuten das Remis. Wout Weghorst (88.) fehlte nur eine Fußspitze nach Vorlage von Yannick Gerhardt. Zum Ende nochmal Riesenglück für den VfL, weil die Leipziger Patrick Kluivert und Yussuf Poulsen eine Flanke von Lukas Klostermann verpassten.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here