Dortmund. Nach der sehr kurzen Weihnachtspause verlieren die Wölfe am 14. Spieltag mit 0:2 (0:0) beim BVB. Damit fallen sie in der Tabelle auf den sechsten Rang zurück und müssen sich vorwerfen lassen, ihre durchaus vorhandenen Chancen nicht konsequent genutzt zu haben.

Die personelle Situation hatte sich beim VfL wieder verbessert, nachdem kurz vor dem letzten Meisterschaftsspiel in 2020 gegen den VfB Stuttgart aufgrund von positiven Covid 19-Tests fünf Spieler in Quarantäne mussten.

Arnold und Schlager zurück im Team

Mit Maximilian Arnold und Xaver Schlager kehrte die Stammbesetzung im zentralen defensiven Mittelfeld zurück. Aber auch Yannick Gerhardt fand sich erneut in der Startelf wieder. Seine starken Auftritte vor der Weihnachtspause führten zur erneuten Nominierung, weil Maximilian Philipp mit einer Muskelverletzung ausfiel.

Der BVB musste auf Thorgan Hazard (Muskelfaserriss) und Youssoufa Moukoko (Knieprobleme) verzichten. Dafür spielte Erling Haaland wieder in der Sturmspitze.

Wölfe mit forschem Auftakt

Die Wölfe setzten die Gastgeber gleich konsequent unter Druck und versuchten frühe Ballgewinne zu erzielen. Der BVB zeigte sich durch das forsche Anlaufverhalten der Grün-Weißen durchaus beeindruckt. Gleich nach fünf Minuten brach Josip Brekalo bis zur Grundlinie durch. Die unzureichend abgewehrte Flanke landete bei Xaver Schlager, der das BVB-Tor nur knapp verfehlte. Die Wölfe wollten die Dortmunder Verunsicherung nutzen, aber Mats Hummels konnte einen Schuss von Yannick Gerhardt (6.) gerade noch vor dem Tor entschärfen und entscheidend abfälschen. Der Torschuss von Ridle Baku (6.) war Ausdruck der Wolfsburger Dominanz. Und was machte der BVB? Nach zuletzt drei Heimniederlagen und erfolgtem Trainerwechsel zeigte sich der Gastgeber noch nicht gefestigt. Erst Marco Reus (10.) testete Wölfe-Keeper Koen Casteels aus spitzem Winkel. Giovanni Reyna und Jadon Sancho deuteten ihr Potential an, blieben aber vorerst hinter den Erwartungen.

Handspiel von Axel Witsel – Videoschiedsrichter verneint

Die größere Initiative zeigten die Wölfe. Maximilian Arnold (17.) mit einem Fernschuss war noch nicht der Aufreger. Aber sein Freistoss, der nach einem Kopfball von Renato Steffen (21.) erst von Axel Witsel aus kurzer Distanz mit dem Arm abgewehrt wurde, sorgte für Gesprächsstoff. Aber die Videoassistentin Bibiana Steinhaus erkannte keine aktive Bewegung zum Ball.

BVB wird stärker – gute Chancen vor der Pause

In der Folge gewannen die Gastgeber mehr die Spielkontrolle, weil sich die Wölfe weiter zurückzogen. Erling Haaland fehlte noch die Bindung zum Spiel. John-Anthony Brooks (33.) und Marin Pongracic zeigten eine ordentliche Präsenz und sicherten gegen sich steigernde Borussen das eigene Tor. Kurz vor der Pause hatten die Wölfe Glück, dass Marco Reus (44., 45.+4), Erling Haaland (45.+1) und Jadon Sancho (45.+2) die letzte Präzision vermissen ließen.

Ecke bringt BVB auf die Siegerstraße

Ohne Wechsel ging es sehr verhalten und abwartend von beiden Teams in die zweite Halbzeit. Die Wölfe ließen sich immer weiter in die eigene Hälfte zurückdrängen. Erling Haaland (53.) startete zwischen beiden VfL-Innenverteidigern durch, aber Koen Casteels entschärfte spektakulär seinen Schuss. Auf der Gegenseite trat erstmals Wout Weghorst (54., 55.) in Erscheinung. Sein Kopfball verfehlte nach einer Otavio-Flanke das Ziel nur knapp. Das Spiel verlief ausgeglichen. Beide Teams warteten auf einen Fehler. Die Gastgeber erspielten sich eine Vielzahl an Ecken. Die achte Ecke verwandelte Manuel Akanji (66.) dicht bedrängt vom eigenen Mitspieler Mats Hummels. Aber wo waren die Wolfsburger Verteidiger? Vier Minuten später bei einer nächsten Ecke zeigte auch Wölfe-Keeper Casteels einen Wackler und durfte froh sein, dass Torschütze Akanji keinen Doppelpack schnürrte.

VfL erst spät mit der Brechstange

VfL-Chefcoach Oliver Glasner wechselte offensiv und brachte Joao Victor und Admir Mehmedi. Chancen ergaben sich über Paulo Otavio (72.) und Wout Weghorst (73.). Innenverteidiger Marin Pongracic (78.) musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Das VfL-Trainerteam entschied sich positionsgetreu zu wechseln, obwohl mit Daniel Ginczek und Bartosz Bialek noch zwei Stürmer auf der Bank saßen. Diese kamen erst in der 87. Minute für Xaver Schlager und Renato Steffen ins Spiel. Vorher hatte Haaland-Ersatz Steffen Tigges (82.) die Entscheidung auf dem Fuß konnte aber von Koen Casteels und John-Anthony Brooks abgedrängt werden. Der eingewechselte Daniel Ginczek (90.+1) konnte von der BVB-Abwehr geblockt werden. Die anschließende VfL-Ecke führte nach einem Befreiungsschlag von Axel Witsel über Emre Can dann zur Entscheidung. Jadon Sancho ließ sich von Paulo Otavio nicht mehr aufhalten und vollendete den Konter präzise.

 

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