Frankfurt. Am 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga verlor der VfL Wolfsburg bei der Frankfurter Eintracht mit 3:4 (1:2). Ridle Baku (6.) hatte die Wölfe in Führung gebracht und Wout Weghorst (46.) für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt. Der Anschlusstreffer durch ein Eigentor von Tuta (85.) kam zu spät. Mit der erst vierten Saisonniederlage bleiben die Grün-Weißen weiterhin auf dem dritten Tabellenplatz, der direkt in die Champions League führen würde. Die Frankfurter sind allerdings als Tabellenvierter bis auf einen Punkt Abstand herangerückt.

Beide Trainer setzten nahezu unverändert auf ihre erfolgreichen Aufstellungen vom letzten Spieltag. VfL-Cheftrainer Oliver Glasner nahm gegenüber dem 1:0-Sieg gegen den 1.FC Köln keine Startelf-Veränderungen vor. Sein österreichischer Landsmann Adi Hütter gab im Vergleich zum 2:1-Auswärtssieg bei Borussia Dortmund Daichi Kamada den Vorzug vor DFB-Nationalspieler Amin Younes, der von der Bank kam.

Duell um den dritten Platz

Beide Teams haben spätestens seit dem letzten Spieltag die Champions League-Qualifikation fest im Blick. Selbst die Viertplatzierten Frankfurter haben bei noch ausstehenden sieben Spielen einen Vorsprung von sieben Punkten auf die Verfolger. Die Wölfe hingegen könnten mit einem Sieg fast schon die sichere Planung für die Königsklasse aufnehmen.

Die letzten Spiele hatten die Wölfe in der Mainmetropole stets erfolgreich gestaltet. Der letzte Frankfurter Heimsieg gegen die Niedersachsen datiert aus dem Jahr 2016. Beide Mannschaften hatten vor dem Spiel erst dreimal den Platz als Verlierer verlassen. Die Wölfe erst mit drei Gegentoren in der Rückrunde trafen auf die geballte Offensivpower der Frankfurter Eintracht. Dementsprechend respektvoll äußerten sich beide Trainer vor dem Spiel.

Turbulente Anfangsphase

Den Offensivdrang der Gastgeber bearbeiteten die Wölfe gleich mit eigener Spielinitiative. Xaver Schlager fand Yannick Gerhardt (3.), der aus leicht abseitsverdächtiger Position am Frankfurter Keeper Kevin Trapp scheiterte. Über die rechte Seite marschierte Ridle Baku (5.), dessen Flanke von Stefan Ilsanker gerade noch geklärt werden konnte. In der nächsten Situation bekam Baku (6.) über Wout Weghorst den Ball und traf nach einer Finte ins linke Eck. Eine turbulente Anfangsphase, in der beide Teams nicht lange taktierten. Die Gastgeber zeigten sich ebenfalls effizient und glichen postwendend durch Daichi Kamada (8.) aus, der über Erik Durm und durch den geschickten Ballverzicht von Sebastian Rode an den Ball kam und verwandelte. Luka Jovic (13.) traf die Unterkante der Latte, allerdings aus Abseitsposition. Xaver Schlager (16.) verzog per Fernschuss nach Ablage von Wout Weghorst. Es ging hin und her mit offenem Visier.

Gastgeber schnell und effektiv

Ridle Baku (20.) wäre nach Flanke von Kevin Mbabu fast zum Doppelpacker geworden. Eintracht-Torjäger André Silva (24.) setzte Akzente fand aber Filip Kostic am zweiten Pfosten nicht. Dafür bediente er im Fallen von der Grundlinie Sturmkollege Luka Jovic (27.), der per Rechtsschuss zur Frankfurter Führung traf. Die Gastgeber hatten sich unheimlich abschlusssicher gezeigt. Das Spieltempo und die Anzahl der intensiven Läufe war auf beiden Seiten sehr ausgeprägt. Die Wölfe waren bestrebt noch vor der Pause den Rückstand zu egalisieren. Fernschüsse von „Max“ Arnold (31.) und Ridle Baku (34.) waren nicht die Lösung. Wout Weghorst (42.) mit einem Drehschuss und Maxence Lacroix (44.) nach einer Ecke fehlten die Präzision.

Wout Weghorst gleicht sofort aus

Die Grün-Weißen liefen gleich wieder aktiv an. Yannick Gerhardt leitete nach Balleroberung auf Ridle Baku weiter, der halblinks Wout Weghorst (46.) fand, dessen Schuss ins linke Eck noch unhaltbar abgefälscht wurde. Der Ausgleich war auch aufgrund der mutigen Spielweise im ersten Durchgang verdient. Die Wölfe setzten nach, aber der Diagonalschuss von Ridle Baku (53.) strich knapp am Tor vorbei.

Frankfurt im Stile der Wölfe

Nach Ballverlust von Josip Brekalo nahe der Mittellinie zeigten sich die Gastgeber erneut wahnsinnig effektiv. Daichi Kamada bediente André Silva (54.), der per Direktschuss seinen 23. Saisontreffer markierte. Anthony Brooks (57.), der zuvor den Treffer nicht verhindern konnte, hätte nach einem Eckball frei am Fünfmeterraum ausgleichen können. Die Gastgeber hatten ihre Schwächen in der Defensive waren aber in der Vorwärtsbewegung sensationell stark. Immer wieder Filip Kostic über die linke Seite im Zusammenspiel mit Luka Jovic fand erneut André Silva, der den Pfosten traf. Den Abpraller nahm Erik Durm (61.) auf und traf ins rechte Eck. Vier Gegentreffer hatten die Wölfe in den letzten elf Begegnungen nicht kassiert.

Anschlusstreffer kommt zu spät

„Max“ Arnold (66.) und Jerome Roussillon (71.) verfehlten mit ihren Fernschüssen das Ziel. Bartosz Bialek und Maximilian Philipp sollte den Grün-Weißen Ambitionen weiter Nachdruck verleihen. Maximilian Philipp (73.) und Wout Weghorst (79.) tauchten gefährlich vor Kevin Trapp auf, zielten aber zu zentral oder trafen nur das Außennetz. Die Gastgeber verlegten sich auf ihre Stärke und lauerten auf weitere Konter. John-Anthony Brooks (83.) traf Eintracht-Keeper Trapp aus spitzem Winkel hart. Die Wölfe setzten auf lange Bälle. Marin Pongracic schickte Maximilian Philipp (85.), der im Zweikampf mit Tuta den Frankfurter so bedrängte, dass dieser den Ball ins eigene Tor spitzelte. Mit Daniel Ginczek (89.) brachte Oliver Glasner den dritten Stoßstürmer und setzte alles auf eine Karte, um gegen den direkten Konkurrenten doch noch zu punkten.

Letztlich reichte es nicht mehr für den Ausgleich, obwohl die Wölfe sich ein Chancenplus erarbeitet hatten. Die Grün-Weißen werden sich ärgern, dass sie die schnellen Umschaltsituationen der Frankfurter nicht ausreichend verteidigen konnten. Angesichts der zuvor bekannten defensiven Stabilität hätten drei Auswärtstore für etwas Zählbares reichen müssen.

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