Wolfsburg. Trotz eines 2:2 (2:1) gegen den SC Freiburg hat der VfL Wolfsburg weiterhin beste Chancen im Rennen um die internationalen Startplätze der Europa League. Drei Spieltage vor Saisonende belegen sie den sechsten Rang. Doppeltorschütze Wout Weghorst (14., 27.) sprach dennoch von zwei verlorenen Punkten.

Das VfL-Trainerteam um Chefcoach Oliver Glasner setzte nach dem Ausfall von Admir Mehmedi (Achillessehnenreizung) auf die Doppelspitze Wout Weghorst und Daniel Ginczek. Der am letzten Spieltag gelbgesperrte Renato Steffen rückte für Joao Victor wieder in die Startelf.

Durch die Niederlage der TSG Hoffenheim (0:2 gegen RB Leipzig) hatte der VfL Wolfsburg im direkten Duell mit dem SC Freiburg die Steilvorlage bekommen, seinen Vorsprung auf den siebten Rang auf fünf Punkte bei noch ausstehenden drei Spielen auszubauen.

Wölfe-Effizienz im ersten Angriff

Dementsprechend offensiv ausgerichtet war das VfL-Team, die zwar die ersten zehn Minuten die Spielstärke der Gäste aus dem Breisgau anerkennen mussten, aber danach immer mehr die Spielkontrolle übernahmen. Nach einer ersten guten Ballstafette wurde der Schuss von Josip Brekalo (12.) noch geblockt. Der nächste Spielzug verlief dafür wie auf dem Reißbrett. Maximilian Arnold schickte Renato Steffen, der sich bis zur Grundlinie durchsetzen konnte, um im Rücken der Freiburger Abwehr Wout Weghorst (14.) zu finden. Dieser versenkte den Ball im Stile eines Torjägers im rechten Eck.

Turbulenzen vor und nach dem zweiten Treffer

Kurz darauf wurde es turbulent. Zwar versuchten die Gäste direkt auf den Rückstand zu reagieren, doch effizienter waren die Wölfe. Eine Flanke von Kevin Mbabu verlängerte Daniel Ginczek auf Wout Weghorst, der im Flugkopfball hart am Kopf getroffen wurde. Dennoch landete der Ball an der Unterkante der Torlatte, so dass Daniel Ginczek (22.) ihn letztlich über die Torlinie drückte. Während die Videoassistenten den Treffer überprüften, versorgten die VfL-Mannschaftsärzte ihren Torjäger. Kein Tor, dafür Elfmeter hieß es nach Überprüfung sämtlicher Fakten. Wout Weghorst (27.) verwandelte mit Turban souverän. Es stand 2:0 und die erneute Qualifikation für die Europa League war greifbar nah. Nach einer abgefälschten Flanke von Maximilian Arnold jubelte Daniel Ginczek (28.) erneut und grüßte im Jubel seinen verletzten Mannschaftskameraden Admir Mehmedi. Der Videoassistent erkannte allerdings nach dem Kopfball eine hauchzarte Berührung von Ginczek`s Hand und nahm das Tor zurück.

Gäste schöpften Hoffnung

Moralisch baute das den SC Freiburg auf, der zwar gut im Spiel war, aber einem 0:3 wahrscheinlich doch nichts mehr entgegenzusetzen gehabt hätte. So aber hätte schon der umtriebige Roland Sallai (33.) fast den Anschluss hergestellt, der dann Lucas Höler (43.) inmitten der beiden Wolfsburger Innenverteidiger nach Flanke von Vicenzo Grifo gelang.

VfL-Gastgeschenk zum Auftakt in die zweite Hälfte

Nach der Pause erlaubte sich die Wölfe-Abwehr einen schläfrigen Auftakt, der sofort von den Breisgauern bestraft wurde. Marvin Pongracic trat über den Ball, so dass Lucas Höler frei vor Koen Casteels auftauchte. Den abgefälschten Ball köpfte Roland Sallai (46.) über John-Anthony Brooks ins Netz. VfL-Cheftrainer Oliver Glasner traute seinen Augen nicht, denn in den Spielen zuvor hatte sich die Innenverteidigung immer sehr souverän gezeigt.

Kein Lucky-Punch

Die Karten um den sechsten Platz waren plötzlich wieder neu gemischt. Die Wölfe kurbelten das Spiel wieder an und hatten durch Josip Brekalo (52.) nach fehlender Zuordnung im Zentrum eine aussichtsreiche Torschussgelegenheit. Die beste Möglichkeit vergaben allerdings die Gäste als die Wolfsburger Abwehr schon blank gespielt war und der einschussbereite Philipp Lienhart (61.) nur noch hätte verwandeln müssen. Er schoss den auf der Linie befindlichen Kevin Mbabu an. Beide Teams brachten frische Offensivkräfte. Der erfolgreichste Einwechselspieler der Liga Nils Petersen (76.) köpfte knapp vorbei. Im aufgezogenen Sturmwetter endete das Spiel ohne Lucky-Punch für den VfL, weil Wout Weghorst (90+1.) nicht mehr entscheidend an den Ball kam.

Ausgangssituation hervorragend – Entscheidung vertagt

Im Anschluss ärgerte sich der VfL-Torjäger (aktuell 14 Saisontore) vor laufenden Kameras über die vergebenen Big-Points im Rennen um das internationale Geschäft. Dennoch sind die Chancen für den VfL hervorragend, da nach dem Einzug der Leverkusener und Münchener Bayern in das DFB-Pokalendspiel selbst der siebte Rang ausreichend wäre.

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